"Ausnahmezustand" mit Jennifer Sabel

Shownotes

Die sechste Folge steht ganz unter dem Motto - "Ausnahmezustand". Zu Gast ist Jennifer Sabel, Schauspielerin und Drehbuchautorin. Derzeit ist sie mit dem Film "Ich sterbe. Kommst du?" auf Kinotour. Darin spielt sie die Hauptrolle der Nadine, einer unheilbar an Krebs erkrankten Mutter. Für ihre eindrucksvolle Darstellung wurde sie mit dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet. Ebenso konnte der von ihr und Regisseur Benjamin Kramme geschriebene Film mehrere Auszeichnungen beim Max Ophüls-Preis gewinnen. Ab heute ist der Film in ausgewählten Kinos zu sehen. Trotz des schwierigen Themas fehlt es der Folge nicht an lebhaften Diskussionen. Dominique und Jennifer sprechen über ihre Auswahl: das französischen Dramedy "All Eure Gesichter" von Filmemacherin Jeanne Henry sowie das amerikanische Psychodrama "Frances" mit Jessica Lange.

Transkript anzeigen

00:00:04: Genau und Film unseres Lebens ist diesmal on the road.

00:00:11: und zwar bin ich nach Berlin gefahren weil ich gestern bei der Premiere war von einem ganz fantastischen Film mit dem Titel ich sterbe kommst du Rishi Benjamin Kramme.

00:00:22: und dieser Film hat auch schon zwei Preise beim Max Ofus Festival abgeräumt und hier ist sie Die Hauptdarstellerin, Jennifer Sable.

00:00:32: Hallo, schön, dass du da bist.

00:00:33: Hi, Jenny.

00:00:34: Ja, vielen Dank für die Einladung.

00:00:36: Vielen Dank, dass ich kommen durfte.

00:00:38: Und auch nicht nur herzlichen Glückwunsch zu diesem ganz fantastischen Film, sondern auch herzlichen Glückwunsch.

00:00:44: Du hast einen total wichtigen Preis auch noch für dich persönlich abgeräumt vor ein paar Monaten.

00:00:50: Ja, den deutschen Schauspielpreis.

00:00:51: Den deutschen Schauspielpreis.

00:00:53: Was ist das für ein Gefühl, wenn dann, wenn man da unten sitzt, der Name wird aufgerufen, man geht auf die Bühne, kannst du das beschreiben?

00:01:00: Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, weil so ganz tolle Leute nominiert waren.

00:01:05: Jenny Schiele, Edgar Säge, Robert Stadelober für seinen Goebbels.

00:01:09: Und Marla Emde, es gibt zwei Preise in der Kategorie.

00:01:13: Und Marla Emde hat den einen davon bekommen.

00:01:16: Und ich war sicher, der Zweite geht an Robert Stadelober oder irgendwen.

00:01:21: Und als mein Name ... viel war ich fast geschockt.

00:01:25: Es war eher wie vom Auto überfahren werden als Freude, weil ich so nicht damit gerechnet hab.

00:01:31: Und ich hab mich so gefreut und hab sofort einen Blackout gehabt und wusste gar nichts mehr von der Dankesrede, die ich vorbereitet hatte.

00:01:39: Ah, du hattest doch eine Dankesrede vorbereitet?

00:01:41: Ich

00:01:41: hatte eigentlich überhaupt keine vorbereiten wollen.

00:01:44: und am Abend vorher war schon so ein Get-together und da wurde gesagt, wie peinlich das ist, wenn man dann da steht und stammelt.

00:01:50: Und dann habe ich am Morgen gedacht, na gut, dann schreibe ich jetzt mal was und überleg mir das und so.

00:01:56: Und ich habe aber nichts davon gesagt, so aufgeregt und glücklich war.

00:02:02: Wow, ja, kann ich verstehen.

00:02:04: Ich denke mir, die Leute interessiert das sicher.

00:02:08: Wo kann man den Film überall sehen?

00:02:10: Wo läuft er an?

00:02:10: Ihr habt ja so ein kleine Kinotour jetzt.

00:02:13: Steht jetzt an?

00:02:14: Ja, er läuft tatsächlich nur sehr vereinzelt, aber zum Beispiel noch im Bali-Kino

00:02:20: in

00:02:21: Berlin.

00:02:22: Genau.

00:02:22: Bali-Berlin in Zehendorf und er läuft ein paar Mal noch im Livu in Rostock.

00:02:29: Da hat er auch heute Abend Premiere.

00:02:31: Sehr gut.

00:02:33: Und wir hatten schon eine kleine Dorfkino-Tour durch Mecklenburg-Vorpommern.

00:02:37: Er läuft am XXIII.

00:02:39: in Mönchen und, ich glaube, sowas wie am neunzehnten in Münster, also es gibt so vereinzeltete.

00:02:45: Gut,

00:02:45: sehr gut.

00:02:46: Also Google das und wir hoffen natürlich, dass er noch öfters gezeigt

00:02:49: wird.

00:02:49: Ja.

00:02:50: Für euch Leute da draußen.

00:02:51: Das sind nicht die beiden Filme, die wir heute besprechen, aber es ist ein fantastischer Film, für den wir sehr gerne Werbung machen hier bei Ahoy und deswegen schon mal hier ein kleiner Teaser.

00:03:02: Meine Mama hat Krebs und deshalb ist sie bald.

00:03:06: Tu.

00:03:06: Der braucht Zeit.

00:03:07: Habe ich nicht.

00:03:35: Ich sterbe, kommst du vom Benjamin Kramme in ausgewählten Kinos und hoffentlich bald in vielen Kinos.

00:03:41: Also... was mich total interessieren würde, bevor unser Thema kommen ist.

00:03:47: Also es ist ja wirklich von euch allen so durch die Bank das Assemble um dich auch fantastisch gespielt und ich kenne auch einige Kollegen, innen die da mitspielen.

00:03:56: Aber wie habt ihr diesen Jungen gefunden?

00:04:00: Ja, wir haben gar keine Castings gemacht für alle anderen Rollen.

00:04:05: Okay.

00:04:05: Da hatten wir die meisten im Kopf sogar beim Schreiben.

00:04:08: Ich hab ja auch das Drehbuch geschrieben.

00:04:09: Ah, du bist gut drunter.

00:04:11: Die ist mal unaufmerksam.

00:04:12: Macht nicht.

00:04:14: Das haben mein Mann und ich zusammengeschrieben.

00:04:16: Der

00:04:16: auch der Regisseur ist.

00:04:17: Genau.

00:04:19: Und wie gesagt, also die erwachsenen Rollen sind alle gar nicht gecastet, sondern hatten wir schon im Kopf.

00:04:26: Und nur ein Kindercasting haben wir gemacht für den Kleinen.

00:04:30: Weil sogar im Bekanntenkreis schon so ein paar mögliche Dexter-Jungen im Spiel waren.

00:04:36: Aber die waren alle so verschreckt von dem Thema.

00:04:39: Die waren richtig ... Und meine Mutter könnte sterben.

00:04:42: Oh, so was gibt's.

00:04:43: Wollten damit gar nichts zu tun haben.

00:04:45: Oh, entschuldige, entschuldige, du kannst wieder gehen.

00:04:48: Das ist total beliebt gemacht, dem Bekanntenkreis.

00:04:51: Es hat mir wirklich furchtbar leidgetan.

00:04:53: Wir wollten die Kinder nicht traumatisieren.

00:04:55: Aber das Thema war zu heikel für viele sensible Jungen.

00:05:00: Und dann haben wir eher bei denen gesucht, die unbedingt Schauspielern wollen.

00:05:04: Das

00:05:04: ist dann der Motor.

00:05:06: Und

00:05:08: der Carlos, der ist dann geworden, ist das so ein kerniges Kerlchen.

00:05:12: Ja, der war irgendwie ganz unerschütterlich und hat auch lieber Fußball gespielt, als mit uns zu drehen.

00:05:18: Und den musste man dann überreden, ab und zu noch einen Tag zu machen.

00:05:22: Dann ist das auch wieder die Kunst des Schnitz.

00:05:25: Das ist am Ende so... Ah,

00:05:27: weil er hat so gar nicht so eine koherentolle Leistung gebracht, sondern immer wieder so ein Ausstehen, diese Kraft und diese Energie gehabt.

00:05:33: Aber gut, in dem Alter, ich war schon sehr erstaunt, weil er das natürlich total intensiv spielt.

00:05:39: Ja.

00:05:39: Und das muss man auch sagen, als Kind kannst du das gar nicht so lange halten.

00:05:44: Weil es ist, glaub ich, für euch, als dir das als Profis macht, glaub ich, schon richtig krass, sich dem auszusetzen.

00:05:50: Wahnsinn, ja.

00:05:51: Der hat das ganz toll gemacht und der war ja auch so süß.

00:05:54: Es hat es mir auch so leicht gemacht, mit ihm zu spielen.

00:05:57: Ja.

00:05:58: Und wir hatten einen Kindercoach dabei, der auch ganz toll mit ihm gearbeitet

00:06:01: hat.

00:06:01: Er hat immer Fußball mit ihm gespielt.

00:06:03: Genau.

00:06:03: Und ihn war

00:06:04: es schon.

00:06:04: Komm, lass uns Kicken

00:06:05: gehen.

00:06:06: Einmal noch.

00:06:07: Oder danach spielen wir auch.

00:06:08: Okay.

00:06:09: Ich lass auch den Ball rein.

00:06:11: Genau.

00:06:12: Und wie ist das dann für dich?

00:06:14: Ich meine, man sagt das ja immer so einfach als Schauspielerin, dass man sich in andere Rollen begibt.

00:06:20: Aber ich stelle mir das schon vor, weil ja Endlichkeit, so spielst du ja eine krebskrankere Frau, die in den Hospiz kommt.

00:06:26: Und wenn man eigentlich so eine Rolle macht, bei Endlichkeit steht uns ja allen bevor.

00:06:30: Und deswegen, finde ich, kann man das, oder kann ich mir vorstellen, kann man das gar nicht so leicht sagen, ach, ich schieb das so weg und ich nehme das gar nicht mit nach Hause, sondern das ist ja schon ein Thema, das wir alle mit uns mittragen.

00:06:41: Wie bist du da umgegangen oder wie gehst du damit um in der Arbeit?

00:06:44: Also dadurch, dass ich es mitgeschrieben habe mit meinem Ehemann, war das möglich.

00:06:49: mit zu Hause.

00:06:50: Also wir haben uns vierundzwanzig Stunden dann mit beschäftigt und tatsächlich fünf Jahre lang.

00:06:55: Wir haben so lange gekämpft um die Finanzierung und nochmal umgeschrieben und nochmal umgeschrieben und nochmal umgeschrieben.

00:07:02: Und auch der Umstand, dass die Hauptdarstellerin völlig unbekannt ist, hat es uns schwer gemacht.

00:07:07: Jetzt nicht

00:07:07: mehr!

00:07:09: Ja, aber das hat es noch schwerer gemacht, den Film finanziert zu bekommen.

00:07:13: Und wir haben auch nicht so viel bekommen, wie man vielleicht eigentlich gebraucht hätte.

00:07:17: Aber am Ende hatten wir genug, um den irgendwie zu machen.

00:07:21: Auch eine ganz tolle Produktionsfirma.

00:07:23: Und dann haben wir ja in einem echten Hospiz gedreht.

00:07:26: Das hat es auch noch mal näher rangeholt, dieses Thema.

00:07:30: Und dann waren wir irgendwie schon froh, als der Film dann endlich fertig war, dass man dieses Thema mal so ein bisschen weiter nach hinten in den Kopf schieben konnte.

00:07:39: Also, sich nicht mehr

00:07:40: ganz

00:07:41: ausdrücklich jede Minute mit dem Tod beschäftigen zu müssen.

00:07:45: Mhm.

00:07:47: Und ich hab darin auch den Tod meiner Stiefmutter verarbeitet.

00:07:51: Okay.

00:07:51: Die hatte ich sehr am Kopf beim Spielen.

00:07:53: Die ist allerdings auch schon vor fünfzehn Jahren gestorben.

00:07:57: Und ... Das war sehr besonders, aber jetzt, ehrlich gesagt, ist es dann viel zu schnell wieder so, dass man in dem Alltag ist und vergisst, wie sehr man sich vorgenommen hatte, das Leben mehr zu genießen, als zu feiern jeden Tag.

00:08:12: Ja, ich verstehe.

00:08:13: Wir haben uns auch als Thema der heutigen Sendung, die Sendung heißt heute Ausnahmezustand, eben uns auch an diesem Film orientiert und uns beide dem anderen Filme vorgeschlagen.

00:08:27: die sich über Menschen im Ausnahmezustand drehen.

00:08:30: Ja.

00:08:31: Und wir hören jetzt mal in den Teaser von alle Eure Gesichter, nämlich Janis Waal.

00:08:41: Ich bin aus SIEM, neunundzwanzig.

00:08:44: Möchten Sie vielleicht noch etwas darauf eingehen, auf welche Weise Sie von uns erfahren haben?

00:08:49: Sie bringen Opfer und Täter zusammen, oder?

00:08:51: Ja,

00:08:51: so ist es.

00:08:52: Ich möchte meinen Bruder wiedersehen.

00:08:53: Ich will ihn nicht zufällig begegnen.

00:08:55: Ich will ihn sehen, damit ich ihn garantiert nicht zufällig treffe.

00:08:58: Ich will nur, dass ihr wisst, was mit den Opfern passiert, wenn ihr solche Dinge tut.

00:09:01: Ich bin fünfundzwanzig.

00:09:02: Ich habe einen Supermarkt ausgehobt.

00:09:04: Ich habe mein ganzes Leben in der Welt der Drogen verbracht.

00:09:06: Seit fünfundzwanzig Jahren bin ich abwechselnd drinnen oder draußen.

00:09:09: Ich bin nicht mehr wie vorher.

00:09:10: Ich habe mein großer Bruder.

00:09:14: All eure Gesichter von Sean Harry.

00:09:19: Und ich hoffe, ich hab den Namen der Regisseurin richtig ausgesprochen.

00:09:24: Ähm, und ähm ... So, Jenny.

00:09:29: Warum dieser Film?

00:09:32: Mir sind so viele Filme eingefallen.

00:09:34: Das

00:09:34: stimmt.

00:09:35: Ich hab eine ganze Liste bekommen.

00:09:37: Ja,

00:09:38: ich liebe Filme.

00:09:39: Ich liebe Filme so sehr und hab so ...

00:09:41: Bist du in der richtigen Sendung dafür?

00:09:42: Ja,

00:09:42: das stimmt.

00:09:46: Dieser Film ... hat mich beeindruckt, weil der mit so wenig Mitteln so viel erzählt.

00:09:52: Und wenn man zusammenfassen würde, worum es geht, dann ist es auch fast so, ah ja, ah und.

00:09:58: Aber der hat mich trotzdem so gefesselt, weil der so großartig gespielt ist von allen Schauspielerinnen.

00:10:05: Und weil die kleinen feinen Geschichten, die fast dokumentarisch darin erzählt werden, also in der Hauptsache ist es ja ... Dieses Gruppentreffen von drei... Genau,

00:10:16: vielleicht erzählen wir ganz kurz mal die Handlung.

00:10:19: Ich muss sagen, die Handlung hat mich schon beeindruckt.

00:10:22: Aber vielleicht reißen wir das mal kurz an.

00:10:25: Ja, ich versuch's.

00:10:26: Also, es geht um restaurative Justiz in Frankreich.

00:10:33: Da gibt es unterschiedliche Programme, um... mit Straftäterinnen und Opfern umzugehen und die in einen Austausch zu bringen.

00:10:42: Und da gibt es den einen Handlungsstrang, wo eine junge Frau mit ihrem Bruder sprechen möchte, der aus dem Gefängnis entlassen wird, wo er saß, weil er sie als Kind vergewaltigt und missbraucht hat.

00:10:57: Über

00:10:57: mehrere Jahre.

00:10:58: Über

00:10:58: viele Jahre, ihr älterer Bruder.

00:11:00: Und der zieht jetzt in ihre Stadt und sie möchte regeln, dass die sich nicht zufällig begegnen, weil sie immer noch traumatisiert ist.

00:11:08: Und im anderen Handlungsstrang gibt es Gruppentreffen zwischen drei Häftlingen, die Raubüberfälle begangen haben, unterschiedliche.

00:11:21: Und drei Opfern von unterschiedlichen Raubüberfällen.

00:11:24: Genau, was dort aber anders ist, die treffen nicht auf die Täter und die Opfer, die sie sozusagen ... Also, die sich in der Tat begegnet sind, sollen sie sprechen über die Taten allgemein.

00:11:34: Genau.

00:11:35: Genau, da ist zum Beispiel eine alte Dame, der die Handtasche geraubt wurde, die sich zu lange an ihrer Handtasche festgehalten hat und deswegen zusammengeschlagen wurde.

00:11:44: Ja, genau, das finde ich schon interessant.

00:11:45: Das ist schon der erste Punkt in diesem Film.

00:11:47: Also, es ist ein französischer Spielfilm.

00:11:51: Und das ist schon der erste Punkt, finde ich, in diesem Erzählung drinnen, weil diese Frau sagt selber, ich habe die Handtasche zu lange festgehalten, aber das, finde ich, ist ja schon ... Wir sprechen ja oft über Täter-Opferumkehr.

00:12:03: Ich finde, das ist ja schon die Sache.

00:12:05: Weil sie sagt, ich hab sie zu lange festgehalten, ich soll das nicht machen, er ist mütternd geworden.

00:12:08: Das Ding ist, es war ja nun mal ihre Handtasche.

00:12:11: Absolut.

00:12:12: Ja, total.

00:12:12: Und es ist dann auch ganz süß, dass dann ausgerechnet die Heftlinge sagen, aber das war ja ganz unmöglich.

00:12:19: Wenn das zu meiner Mutter oder Großmutter passieren würde, dann würde ich den Tod schlagen.

00:12:25: finde ich so ganz berührend, wie diese zwei Gruppen aufeinander prallen und wie die Opfer erzählen, wie es ihnen geht, also wie diese drei Menschen unterschiedlich traumatisiert sind durch das Verbrechen, was sie erlebt haben und einen Blick geben, wie schlimm das sein kann und was das mit einem macht, wenn man so was erlebt.

00:12:49: Und dann andererseits, die Täter, die dadurch lernen, die die Chance bekommen, sich zu entschuldigen, die auch versuchen, sich zu rechtfertigen, die auch nicht mit allem durchkommen, die versuchen nicht rauszureden und so.

00:13:00: Und ich finde, das ist ganz besonders toll recherchiert und so präzise geschrieben und ja, fast dokumentarisch, obwohl es ein Spielfilm ist.

00:13:10: Und der hat mich so berührt in dieser Einfachheit, obwohl er fast ... Ja, über so lange Strecken in diesem einen Raum spielt, ein Stuhlkreis.

00:13:20: Ja.

00:13:21: Ja.

00:13:22: Ja, mich hat vor allem diese andere Handlungsebene, die du als erstes genannt hast, mit, ich sag mal, mit der Schwester.

00:13:31: Also, mit diesem Missbrauch und wie du da umgehst.

00:13:33: Und eben, wir lernen eigentlich als erste Einstellung in diesem Film lernen, wie diese Organisationen kennen, die eben Opfer und TäterInnen zusammenbringt.

00:13:45: Ich glaube, bei Täter müssen wir fast gar nicht gendern, weil eigentlich Täter, die wir in diesem Film sehen, sind Männer, weil es alles ein Gewaltakt ist.

00:13:53: Ich bin jetzt kein Statistiker, aber ich würde mal sagen, neunzig Prozent oder neunzig Prozent sind männliche Täter.

00:14:00: Aber weil es sehr interessant ist, wir lernen eben am Anfang diese Organisationen kennen, die diese Gespräche moderiert, vorbereitet, ermöglicht und eben diese Handlungsstrangen mit dieser ... Mediatorin, die mit diesem Schwester dieses Gespräch vorbereitet.

00:14:18: Und das ist unglaublich intensiv fürs Zähnen.

00:14:21: Ja, total toll.

00:14:23: Und da haben wir noch den filmischen Knift, dass man so lange sich als Zuschauerin natürlich fragt, wie sieht dieser Bruder

00:14:31: aus?

00:14:31: Das finde ich auch toll.

00:14:32: Dieser Bruder wird.

00:14:34: diese Gespräche mit dem Bruder werden nie gezeigt.

00:14:36: Genau.

00:14:36: Und ausfülle ich die mit der Schwester.

00:14:38: Ja, da haben wir nur ihre Perspektive und ganz am Schluss gibt es dann dieses Treffen, was auch während des Films an unterschiedlichen Punkten fraglich ist, ob es überhaupt zustande kommt, weil es auch sehr präzise darin ist, wie diese, ich glaube es sind Sozialarbeiterinnen wahrscheinlich.

00:14:54: welche Fallstricke die versuchen zu umgehen und auch tatsächlich sowohl diese Treffen im Gefängnis als auch mit der Schwester und Bruder, die sind so ganz lange vorbereitet.

00:15:06: Über Monate werden einzelne Gespräche geführt, bevor so was zustande kommt.

00:15:11: Also dieses Prinzip, was dahinter steht, was in Frankreich wohl so angewendet wird, das ist sehr faszinierend an sich schon, finde ich.

00:15:20: Ja, was ... Ja, so ein bisschen in dem Film finde ich, wenn ich ihn angucke, der Wehrmutz-Tropfen ist, weil ich sehe natürlich nur die Leute, die bereit sind, sich den zu stellen, nicht?

00:15:35: Also, diese... Also, mir hätte... Ich weiß noch nicht, wie man es im Film macht, aber man guckt das so filmgenau an.

00:15:42: Man sieht diese drei Straftäter, die so überfallen haben und denken dann irgendwann so, ach, die sind aber knudelig oder so.

00:15:49: Weißt du, was ich meine?

00:15:50: Also was ja auch oft in so einer französischen Film an, dann auch ja so ist die Hand, finde ich, oft in ihrem... Kinosprache, eine sehr, sehr große Liebe und ein ganz positives Gefühl zu den Menschen, wenn es kein Film ist.

00:16:06: Von Matthew Kasowitz, sag ich mal.

00:16:13: Aber es ist natürlich so, dass sind natürlich die Heftlingen, die bereit sind für diese Restore Justice Gespräche.

00:16:20: Es wäre für mich auch interessant gewesen, weil es gibt ja einfach viele Leute, die sind dann auch nicht bereit dafür, das zu machen.

00:16:27: Aber ich weiß jetzt auch nicht, wie man es hätte erzählen können.

00:16:30: Aber die Perspektiv hätte ich noch mal interessant gefunden.

00:16:33: Das glaube ich auch, aber dadurch, dass der Schwerpunkt eben auf diesen Leuten liegt, die das auch organisieren, auf diesem ganzen Programm, ist natürlich zwangsläufig, dass sie nur die erzählen können, die sie dazu bewegen können, die so eine Grundbereitschaft haben.

00:16:47: Und die ja auch, finde ich, sehr deutlichen Prozessdurchlaufen in diesem Film.

00:16:51: Das

00:16:51: stimmt ja.

00:16:52: Die nicht schon alles vorherwissen, obwohl sie ... schon auch vielen nachgedacht haben über ihre Taten.

00:16:58: Aber das ist irgendwie ... Ja, die sind dann wirklich ganz süß.

00:17:02: Also, es ist wirklich ... Ja, nein, ich sag's nicht.

00:17:06: Ich war ... Ich finde, deswegen hat mich einfach von diesen Handlungsstrengern, die haben mit der Schwester so gepackt.

00:17:13: Ja, versteh ich.

00:17:16: Weil ... Weil das so ... unerbittlich ist, wie sie da nicht rauskommt und wie man das ... Wie das erzählt wird, sie will das klären, um ihr Leben leben zu können.

00:17:29: Sie muss sich dem in diesem Moment stellen.

00:17:33: Großartig gespielt von ... Ja, du hast den Namen gerade gegut.

00:17:38: Adèle Xapoulos.

00:17:39: Oder wie heißt sie?

00:17:41: Xachopoulos.

00:17:43: Adèle Xachopoulos.

00:17:44: Genau.

00:17:44: Ja, sie ist eine großartige Schauspielerin.

00:17:46: Auch in diesem Film wieder ganz fantastisch.

00:17:49: Ich hab sie vorher gar nicht gesehen.

00:17:51: Blaues eine warme Farbe.

00:17:53: Ja, da muss ich leider sagen... Hast du nicht gesehen?

00:17:55: Nein, ich weiß.

00:17:56: Leute, Gott sei Dank kann man im Radio schockierte Blicke nicht sehen.

00:17:59: Ich habe glaube, seine warme Farbe noch nicht gesehen.

00:18:03: Hast du auch nicht

00:18:04: gesehen?

00:18:04: Können wir bitte jetzt nicht an meinem Mythos

00:18:07: in einer Sendung

00:18:08: kaputt machen?

00:18:10: Ich habe natürlich alles gesehen.

00:18:12: Ich habe die schon ganz oft ganz toll gesehen.

00:18:14: Ich bin schon lange Fan und

00:18:17: sie

00:18:17: ist großartig und ohne dass wir über den Strang zu viel verraten, ist es natürlich sehr Thema, dass der Bruder auch eine Entschuldigung will.

00:18:28: Und der Meinung ist, er war selber noch, er hat als Dreizehnjähriger angefangen, sie zu vergewaltigen.

00:18:33: Und ...

00:18:34: Er wusste nicht, was er tat.

00:18:35: Das ist so seine Entschuldigung.

00:18:38: Und dass sie auch ... ja, sich ...

00:18:41: Das ist gewagt, ihn anzuzeigen anstatt das Privat zu regeln.

00:18:45: Das ist der Vorwurf von ihm.

00:18:47: Und auch von der Großmutter.

00:18:48: Es gibt am Anfang die Szene, wo sie ihre Großmutter trifft.

00:18:52: Und wir wissen ja auch, dass Familie nicht immer ganz einfach ist.

00:18:55: Und dass natürlich auch in so einer Generation dann ja oft auch so gesagt wird, na ja, du wirst ja auch nicht ganz unschuldig sein, dass das passiert ist.

00:19:04: Genau.

00:19:05: Und das ist natürlich die Harte.

00:19:06: Also ich, das ist wirklich, dieser Film, das macht er halt wirklich toll.

00:19:11: Er schorschiert zwischen diesen beiden Strängern, oder es sind eigentlich drei, auf den Dritten können wir ja gleich noch kommen, aber er schorschiert zwischen so Herzenswärme und Humor und auch wirklich beinharte Realität.

00:19:22: Das finde ich auch ein absoluter Pluspunkt.

00:19:26: Und der dritte Strang sind natürlich diese früheren Bewerungshelferinnen und Bewerungshelfer, die jetzt in dieser Sozialarbeit tätig sind.

00:19:34: Und die man auch so ein bisschen mitbekommen mit ihrem Leben, das auch nicht so perfekt läuft.

00:19:39: Und das ist natürlich auch toll, dass man deren auch so in diesem Film wirklich so ein Denkmal setzt.

00:19:47: Also das sind eben auch ganz normale Menschen, die mit ihren Wiedrigkeiten kämpfen und diese Arbeit ja auch mit nach Hause nehmen.

00:19:52: Ja,

00:19:52: total.

00:19:53: Ja.

00:19:54: Und genau, es ist ein wunderbarer Cast.

00:19:58: Ne, deiner Lieblingsschauspieler, wie heißt

00:19:59: sie noch mal?

00:20:01: Adèle, ich sag, ich hab voll was

00:20:03: an gezeigt.

00:20:04: Genau, der Hauptdarstellerin von Tschennys anderen Lieblingsschimpflau ist eine warme Farbe, den wir alle schon sieben mal gesehen haben.

00:20:09: Nein,

00:20:09: das ist nicht mein Lieblingsschauspieler.

00:20:13: Nein.

00:20:13: Dann gibt es noch einen Schauspieler, den man auch kennt, Schilly Lusch, spielt einer der Opfer, so ein bulliger französischer Schauspieler, der ... Wo das auch sehr interessant ist, gleich am Anfang werden diese Leute hier abgeholt, zu dieser Gesprächsrunde und diese ältere Dame steigt ins Auto, auf den Sitz neben Schille Lusch und er sagt, da, da, da, und sie sagt, hallo.

00:20:37: Und dann sagt sie später, sie dachte, er wäre einer der Täter.

00:20:40: Und man denkt natürlich gleich am Anfang, weil man natürlich in diesen Klischees denkt.

00:20:46: Und er spielt das auch so toll.

00:20:47: Den kannte ich jetzt eher aus französischen Wohlfühlen.

00:20:51: Ja, absolut.

00:20:53: Aber das ist eh beide, die Schauspieler und der Schauspieler, beide stehen, finde ich auch sehr für den Film.

00:20:58: Es ist teilweise versucht, ein Wohlfilm zu sein und teilweise versucht auch, die harte Realität zu machen.

00:21:04: Er versucht halt, ein bisschen dieses Leben abzubilden zwischen absoluter Härte und eben auch, dass es sowas wie Vergebung auch geben kann.

00:21:14: Es kommt immer darauf an, Wofür?

00:21:16: Ja, absolut.

00:21:19: Das finde ich wirklich fantastisch.

00:21:21: Du hast gesagt, es wird, glaube ich, auch im Film gesagt, dass es ihm inspiriert ist, von wahr und begeben hat, dass es dieses System gibt in Frankreich.

00:21:33: Genau, irgendwie seit Jahrzehnten.

00:21:35: Und ich musste... ... dann an unseren Filmen denken, weil wir sehr stark von der Hospizarbeit ausgehen, angefangen haben, dieses Drehbuch zu schreiben.

00:21:44: Ich würde sagen, unser Film ist dann noch ein bisschen narrativer.

00:21:48: Irgendwie hat noch mehr so ein Handlungsbogen entwickelt, aber auch über die vielen Jahre.

00:21:53: In der ersten Fassung war unser Drehbuch ... dem Film noch ein bisschen ähnlicher in dem Gedanken, Hospizarbeit in seiner ganzen Breite abzug.

00:22:02: Dann habt ihr euch später

00:22:03: immer mehr auf eine Hauptfigur konzentriert.

00:22:08: Und dein Mann und der Regisseur und Kurdrehbuchautor von Ich sterbe, kommst du?

00:22:13: Hat ja auch, oder macht das vielleicht sogar noch, ich weiß nicht, in einem Hospiz gearbeitet.

00:22:17: Genau, der hat ein Jahr als Hilfspfleger gearbeitet und dann später noch ein Jahr als Sozialarbeiter, weil er nebenbei neben seiner Arbeit als Schauspieler noch ein Fernstudium in Sozialarbeit abgeschlossen

00:22:29: hat.

00:22:30: Und war das so?

00:22:31: Dass er in diesem Hospiz war und so viel erzählt hat.

00:22:34: Und habt ihr gesagt, wir müssen da was draus machen?

00:22:36: Ganz genau so.

00:22:36: Es war ein Tagebuch geschrieben.

00:22:41: Und das war Grundlage für unser Drehbuch.

00:22:43: Da haben wir die vielen Geschichten, die er da erlebt hat, zusammengefasst zu unserem

00:22:50: Drehbuch.

00:22:51: Meinst du, war das auch so ein bisschen dieser Film, dass er das auch ein bisschen verarbeiten konnte, dass man so ein künstlerisches Sprach übersetzt kann?

00:22:57: Total, absolut.

00:22:58: Und gleichzeitig war es gut, dass ich dort nie gearbeitet habe und die Leute nicht kannte, die eher so stark im Kopf hatte beim Schrei.

00:23:05: Ah, ja, natürlich.

00:23:06: Dann immer so, nein, aber in Wirklichkeit haben Mutter und Tochter jeden Tag telefoniert.

00:23:11: Und ich so, ja, aber für unseren Film ist es jetzt spannender, wenn sie jetzt gar keinen Kontakt haben bis zu dem und dem Punkt oder so.

00:23:18: Also da konnten wir ... Für unterschiedliche Figuren anders argumentieren.

00:23:23: Aus dem Wissen heraus, wie die Originalvorlage war.

00:23:27: Und natürlich haben wir es stark genug fiktionalisiert, also es werden keine Persönlichkeiten.

00:23:31: Nein, genau.

00:23:32: Das muss man noch dazu sagen.

00:23:34: Falls irgendjemand so, hör, wie bitte?

00:23:40: Wir haben ja verschiedene Filme im Vorfeld diskutiert und all eure Gesichter ... hast du gesagt, hat so viel mit eurem Film zu tun, weil er auch so eine Abbildung ist.

00:23:52: Mhm.

00:23:53: Was mich jetzt noch interessieren würde, wenn man, finde ich, solche Themen behandelt, ne?

00:23:59: Also, wie gehen wir mit sterben, um Opfer von Gewalt zu sein?

00:24:06: Was denkst du, kann man als Zuschauerin, als Zuschauer, als solchen Filme mitnehmen?

00:24:12: Weil ich mein, es ist ja nicht Popcornkino,

00:24:14: ne?

00:24:15: Ja.

00:24:15: Mh.

00:24:18: Er so... Mich hat all eure Gesichter so fasziniert, weil ich das überhaupt nicht wusste.

00:24:22: Und weil es mir total in diesem Film so eingeleuchtet hat.

00:24:25: Natürlich funktioniert das nicht mit allen Verbrechern und nicht mit allen Verbrechen.

00:24:30: Aber da war wirklich ... Der Film, finde ich, bricht auch eine Lanze dafür, dass man miteinander reden muss.

00:24:36: Und dass man sich weiterhin austauschen muss.

00:24:38: Und dass das die Chance ist, zu sagen, wir als Opfer fühlen uns so.

00:24:42: Und die Täter können sagen, oh, ah, das war mir überhaupt nicht klar.

00:24:46: Und umgekehrt.

00:24:48: Und das macht dieser Film so toll.

00:24:49: Und in unserem Film lernt man viel übers Hospiz.

00:24:55: Es ist tatsächlich auch so in den Publikumsgesprächen, dass dann Leute erzählen, dass sie sich gerade mit der Entscheidung quälen, ob sie die eigene Mutter ins Hospiz geben sollen oder nicht und sich dann bedanken, weil der Film dann zeigt, dass es ein besonderer schöner Ort ist.

00:25:12: Auch wenn ... Ja, ich muss noch mal betonen, dass es auch ein ganz kleines Spielfilm ist.

00:25:17: Und wir gar nicht Hospiz so in all seinen Facetten zeigen.

00:25:21: Also, dass man viel stärker noch psychologische Betreuung auch bekommt, was meine Hauptfigur in dem Film so ablehnt, zum Beispiel.

00:25:29: Die möchte nicht von der Psycho-Onkologin betreut werden.

00:25:33: Die

00:25:33: möchte sowieso von niemandem trostbetreut werden.

00:25:37: Genau.

00:25:37: Am Anfang ist sie sehr störrisch und wütend auf alle.

00:25:43: Und trotzdem, ja, bei unserem Film ist auch das Besondere, finde ich, dass hinterher ganz tolle Gespräche zu Stelle kommen.

00:25:52: Menschen erzählen ihre Geschichten über das Sterben oder ihre Berührungspunkte oder ihre Ängste.

00:25:58: Und viele sagen, der Film war ja gar nicht so schlimm.

00:26:01: Also er hat auch sehr viele leichte Momente, muss man immer wieder sagen.

00:26:06: Und dass es auch tatisch sein kann, sich mit dem Sterben zu beschäftigen, weil wir alle endlich sind.

00:26:12: Natürlich, aber das ist natürlich, glaub ich, die Überwindung, die man haben muss bei so einem Film.

00:26:18: Weil ich sag mal so, ich hab den ganzen Tag gearbeitet, hab heute Abend frei und hab jetzt zwanzig Euro, die ich auf den Kopf hauen kann.

00:26:26: Und dann geh ich ins Kino und kaufe mir eine Cola dazu.

00:26:30: Und dann hab ich die Wahl zwischen der Autoverfolgungsjagd, der Romkomm, Und im Film, wo eine junge Frau stirbt, an Krebs und ihr Sohn, versteht das auch noch nicht, weil er noch so klein ist, ist natürlich hart.

00:26:45: Also ist eine Entscheidung so.

00:26:46: Aber ich, deswegen bist du auch hier, weil wir euch allen da draußen diesen Film seines Herz legen wollen.

00:26:53: Aber das ist natürlich schon eine krasse Entscheidung, natürlich das so zu erzählen und so zu machen.

00:26:59: Absolut.

00:27:00: Das Thema Sterben ist ein ganz großes Tabu in unserer Gesellschaft.

00:27:03: Und das wussten wir auch von vornherein.

00:27:06: Ich muss immer daran denken, wie lange ich den Film halt auf reier Strecke nicht geschaut habe, obwohl ich wusste, dass der ganz, ganz toll sein wird und ganz viele den empfohlen haben und ich Andreas Dresen ganz toll finde.

00:27:19: Aber ich wusste, es geht um einen Mann, der an einem Hirntumor stürzt und hab wirklich jahrelang gedacht, nee, jetzt gerade nicht.

00:27:27: Und als ich ihn dann gesehen hab, fand ich aber auch ganz ... Ganz, ganz toll und wichtig, den gesehen zu haben.

00:27:35: Das stimmt.

00:27:37: Ja, ich würde jetzt noch den zweiten Film in Diskussion mit reinnehmen.

00:27:40: Es ist auch kein Film, wo es viel zu lachen gibt.

00:27:43: Es tut uns sehr leid, dass es so harte Tobak ist.

00:27:48: Aber wir haben auf jeden Fall nur Lohn- und Wertefilme dabei.

00:28:08: Universal Pictures präsent Jessica Lange.

00:28:13: Als Francis.

00:28:15: Komm mit mir, Fanny.

00:28:17: Francis.

00:28:20: Du weißt, ich bin nicht ein

00:28:22: Kumpel.

00:28:22: Sie war Teil des Idols.

00:28:25: Ich

00:28:26: lebe mit Francis.

00:28:26: Teil des Notarius.

00:28:27: Alle sind favorite.

00:28:29: Du weißt,

00:28:30: deine Filme starten jetzt.

00:28:34: Wenn du ihnen was willst, kannst

00:28:37: du ihnen was machen.

00:28:45: Francis von Cram Clifford in der Haupttrolle Jessica Lang als die Schauspielerin Francis Farmer.

00:28:56: So Jenny, dein Eindruck zu den Filmen.

00:29:00: Mich hat die Geschichte wahnsinnig beeindruckt.

00:29:02: Ich kannte die gar nicht.

00:29:04: Ich wusste gar nichts von Francis Farmer.

00:29:06: Mhm.

00:29:08: Der Film ist von two-nineteundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:29:36: So ein feministischer Film auch.

00:29:38: Dadurch, dass einfach die Geschichte erzählt wird, dass eine Schauspielerin, die ihren eigenen Willen hat, keine Chance hat in Hollywood und auch in New York zu der Zeit nicht.

00:29:49: Und einfach kaputt gemacht wird.

00:29:51: Das ist der Wahnsinn.

00:29:52: Das Verrückte ist, es ist halt wirklich eine wahre Geschichte.

00:29:56: Francis Farmer war eine Schauspielerin, die ja mit kommunistischen Idealen geliebäugelt hat, sich sehr dafür interessiert hat, viel darüber gelesen hat.

00:30:06: und eigentlich in Hollywood zu so einer schönen Klammer-Schauspurton aufgebaut werden sollte.

00:30:11: Und das nicht wollte, sie wollte Tschechow spielen, sie wollte moderne Theaterstücke spielen.

00:30:16: Und diese ganze Film erzählt eigentlich, wie versucht wird, dass sie gebrochen wird.

00:30:25: Ja, sie kriegt dann ein Alkoholproblem oder auf jeden Fall in Betrunken hat sie so ein paar Ausraster, die dazu führen, dass sie in die Psychiatrie kommt.

00:30:35: Und da, wie das der damaligen Zeit üblich war, mit Elektroschocks und Insulin-Therapie behandelt wird, und so ist ganz, ganz schlimm.

00:30:45: Und da endet es auch noch gar nicht, sondern das Schreckliche ist, das Ding ist ja, also, was ich ganz interessant finde in dem Film, sieht man ja auch, dass sie eigentlich total überarbeitet ist, dass sie eigentlich nicht zu diesen ganzen Hollywood-Partys geben will.

00:31:00: Und so ein Typ irgendein Pressagent, steckt ihr so in eine Tablette zu, dann nimm die schnell.

00:31:06: Also sie nimmst du im Aufputs-Sting, dann trinkt sie Alkohol.

00:31:08: Also eigentlich, sie wird auch getränkt in diese Dinge.

00:31:12: Ja.

00:31:12: Und wenn sie sagt, es reicht, sie steigt ins Auto, wird sie, das ist eben auch verbriefen, Motorradpolizisten angehalten.

00:31:18: Und als der sie so auf eine arrogante, herablassen Art behandelt, schießt sie gleich zurück, woauf der Typ sagt, ich bin jemand in Uniform, ich nehme dich jetzt gleich fest.

00:31:29: Und weil sie sich einfach nicht untergeordnet hat, Treibt sie sich, also man kann nicht sagen, mal weiter in die Scheiße, weil es einfach behauptet sich halt einfach.

00:31:39: Und das kommt nicht gut an in dieser begotten Welt.

00:31:43: Genau, und dann flüchtet sie sogar mithilfe von jemandem aus der Psychiatrie.

00:31:50: Und dann wird sie quasi von ihrer eigenen Mutter wieder zurückgeschickt.

00:31:54: Und das Verrückte ist halt auch diese Mutter, dass er es halt auch verbrieft.

00:31:57: Diese Mutter hat auch Interviews über sie gegeben.

00:32:00: Das ist alles nur, der gesagt, das ist nur PR, die macht sich nur wichtig und alles.

00:32:04: Also diese Mutter hat halt wirklich versucht, dass die irgendwie, also dass die zum Star wird und die Mutter davon gut leben kann.

00:32:14: Und sie hat auch wirklich ... Also, ihre Tochter nicht gut behandelt.

00:32:19: Das sieht man im Film.

00:32:20: Das ist leider wirklich, auch wenn sicher einige Serien fiktiv sind, aber die Aktionen, die die Mutter ausgeführt hat, die zu diesen Konsequenzen geführt haben, sind verbrieft.

00:32:30: Ganz schlimm.

00:32:32: Genau, sie wird sogar vergewaltigt.

00:32:34: Es gibt wirklich ganz schreckliche Szenen.

00:32:37: Also, wir haben wirklich lauter Filme, Janis-Filme und unsere beiden Filme.

00:32:42: Für alle drei Filme, sie sind wirklich lonerswert, aber für alle drei ... gilt wirklich eine Trigger-Warnung, weil die wirklich sehr, sehr hart sind in den Dingen, die sie erzählen, sehr ehrlich, sehr schonungslos, nonenswert.

00:32:55: Aber wie gesagt, nehmt euch einen guten Tag, wartet vielleicht mit Jenny, paar Jahre, wie ihr den Film guckt.

00:33:02: Aber es ist auch, ja, es gibt eine Vergewaltigungs-Szene, sie ist in der Psychiatrie.

00:33:06: Und der Pfleger, und das wird schon vor dem Film angedeutet, dass das Bullgang Gewe zu der Zeit war, den Pfleger verkauft ein so US-Soldaten, so you wanna fuck a movie star, ist die Sache.

00:33:19: Und dann wird man Zeuge davon.

00:33:24: Und das sind auch so Handlungen, die sind, glaub ich, nicht nur spekulativ, sondern die sind auch verbrückt und verpriefd, dass das geschehen ist in diesen Heilernsteigen.

00:33:34: Ja.

00:33:35: Sogenannten Heilandstall.

00:33:36: Ja, ganz schlimm.

00:33:38: Ich muss auch sagen, Francis Farmer, obwohl ich wahnsinnig viele alte Filme habe, ich habe leider noch keinen Film mit Francis Farmer gesehen.

00:33:45: Ich muss sagen, ich habe mich ein bisschen aus dem Bauch raus entschieden für diesen Film, weil ich mir dachte, der könnte dir gefallen.

00:33:53: Und jetzt bin ich aber auch ganz wild drauf, ihre Sachen zu sehen, weil ich sie in eine hoch spannende Persönlichkeit finde.

00:34:00: Total.

00:34:01: Auch wenn in dem Francis-Film so deutlich wird, dass sie gar keine Chance hatte, in den Filmen zu zeigen, was sie kann.

00:34:07: Nein.

00:34:08: Sie wollte eigentlich Theater spielen, wie das damals so war.

00:34:11: Man wird dann beim Studio angestellt für sieben Jahre und muss dann das spielen, was man da hingelegt bekommt.

00:34:18: Das Frauenbild damals war ja auch in den Filmen ganz furchtbar.

00:34:22: Und genau das wollte sie alles nicht.

00:34:23: Das war wirklich sehr toll gezeigt an diesem Film.

00:34:28: Ja, sie träumt halt davon.

00:34:30: Es gibt halt diese wunderbare Serie.

00:34:31: so in keinem Theater, spielt sie Tschechow und da ist sie am glücklichsten.

00:34:35: Ja.

00:34:36: Und dann soll sie halt in Hollywood die große Glamour Diva spielen und das ist überhaupt nicht.

00:34:41: Ihr Ding.

00:34:42: Und dann geht's wieder nach New York und spielt in einem Stück von Clifford Adder-Odds.

00:34:47: Das auch verbürgt, dass sie in dem Stück von ihm gespielt hat und auch dass sie eine Affäre hatten.

00:34:53: Und das wird halt in dem Film auch, wie er sie verlässt, ist natürlich auch mies, muss man sagen.

00:35:00: Also er schreibt hinterlässt in den Notiz, meine Frau ist aus Europa zurück, das war's.

00:35:05: Ja, ganz schlimm.

00:35:07: Ja.

00:35:08: Und ... Und es ist dann auch, wenn sie dann, sie hat ja die erste Behandlung und dann soll sie ja noch mal zurück nach Hollywood, so wird von ihrer Mutter gedrängt.

00:35:16: Und dann sieht man so eine Szene, die finde ich auch psychisch total, beinhart, wo sie dann immer wieder, wo der Regisseur immer wieder zu sagt, sie soll sich in den Schlamm werfen, noch mal in den Schlamm werfen und noch mal, bitte noch mal.

00:35:30: Ja.

00:35:31: Nur um mir zu zeigen, ich kann was, ich bin der Chef.

00:35:33: Ja.

00:35:36: Total,

00:35:36: ja.

00:35:37: Das war eine

00:35:37: krasse Szene.

00:35:40: Und wenn du so sagtest, dass du das nicht von dem Film noch nie gehört, das finde ich ist kein Zufall.

00:35:45: Weil viele Filme, die sich kritisch mit Hollywood auseinandersetzen, siehe auch bei einer Lieblingsfilm mit Babylon.

00:35:55: Kenne ich auch nicht.

00:35:56: Ja,

00:35:56: fantastischer Film mit Margot Robbie und Brad Pitt.

00:35:59: Ein ganz fantastischer Film über das Old Hollywood.

00:36:03: Übergang vom Stumpfen zum Tonfilm.

00:36:06: Kann ich auch sehr ins Herz legen.

00:36:07: Aber dieser Film ist auch grausam geflobt und hat überall ... Böse Kritiken bekommen.

00:36:12: und auch bei Francis, glaube ich, ist es auch ähnlich.

00:36:15: Die mögen nicht so gern Filme, wo ihr System kritisch hinterfragt wird.

00:36:21: Und da ist es nun mal auch, es ist ja auch noch mal eine wahre Geschichte.

00:36:29: Dass es nicht leugen, leugenbar.

00:36:31: Ja,

00:36:32: ich hab auch ein bisschen recherchiert.

00:36:34: Ich weiß nicht, wie können wir was ... Spoilern, was an dem Film am Ende passiert?

00:36:39: Ich finde, da wir gesagt haben, könnt ihr spoilern.

00:36:42: Achtung, ich spoil.

00:36:43: Genau, weil da muss man jetzt einfach auf Pause machen und den Film raus und sich angucken.

00:36:48: Ja.

00:36:50: Am Ende kriegt sie in der Psychiatrie eine Lobotomie.

00:36:55: Ja.

00:36:56: Das ist irgendwie der grausame Höhepunkt.

00:37:00: ihrer Klinik aufenthalte.

00:37:02: Vielleicht erklären wir kurz, was eine Lobotomie ist.

00:37:05: Zu

00:37:06: der damaligen Zeit wurde, glaube ich, wie jetzt genau, die zwei Gehirnhälften sind eigentlich verbunden und das wurde durchtrennt, indem man ... Hinter das rechte Auge reinsticht und das irgendwie kappt.

00:37:24: Genau.

00:37:25: Das hielt man damals für die probate Behandlung von sowas wie Schizophrenie und solcher Art Krankheiten.

00:37:35: Und da habe ich recherchiert, dass das nicht sicher ist, dass das wirklich passiert ist.

00:37:39: Ah!

00:37:40: Ja, dass da, da gibt es unterschiedliche Stimmen zu.

00:37:44: Ich glaube, Franz ist selber sagt, es sei nicht passiert.

00:37:47: Also, ja.

00:37:48: Na ja, ich

00:37:48: verstehe.

00:37:50: Aber das ist in diesem Film sehr, sehr schön, wie man über so eine lange Zeit eine junge, von lebenssprühende Lust, die gefröhliche wirklich auch, sie lächelt so viel.

00:38:02: So oft reagiert sie auf alles Schlimme, was ihr passiert mit so einem bestechenden Lächeln.

00:38:07: Und sie ist so kämpferisch und lässt sich nicht beugen.

00:38:10: Und dann gibt es dieser allerletzte Begegnung nach der Lobotomie.

00:38:15: Es gibt einen Ich-Erzähler, der erzählt ... über seine Liebesgeschichte mit dieser Frau.

00:38:20: Und dass er sie so lange schon kennt und immer wieder ... Er wollte sie auch heiraten und sie immer wieder begegnet und sich so toll.

00:38:26: Also, dass die Perspektive des ganzen Films insgesamt.

00:38:29: Und der trifft sie am Schluss zum allerletzten Mal.

00:38:32: Und da ist sie dann ganz anders, total wesensverwandelt und ... so ja runtergekocht, wie man das wahrscheinlich ist nach so einer Lobotomie, weil man dann nicht mehr so unmittelbar fühlt, wie man das eigentlich sonst würde.

00:38:47: Ja.

00:38:48: Aber du hast auch gesagt, bekommen wir gleich auf das Lobotmieteamann.

00:38:51: nochmal, du hast auch gesagt, dass Harry dieser Ich-Herzähler, dass der fiktiv ist.

00:38:55: Habe ich

00:38:56: auch so, also ich habe so einen Podcast gehört über die Geschichte, die wahre Geschichte.

00:39:01: Die wahre Geschichte von Francis, ja?

00:39:03: Bist du dir mal kurz bewahmen?

00:39:05: Wie heißt der, warst du das noch?

00:39:07: Nein, ich habe einfach Francis Farmer gegeben.

00:39:09: Okay, also gucken Francis Farmer dann Podcast.

00:39:12: Ich habe es auch so im Halbschlaf gehört, muss ich zugeben, es wurde da zum Beispiel gesagt, dass Kurt Cobain so ein großer Francis Farmer-Fan, weil sie genauso wie er aus Seattle kommt.

00:39:24: Und auch immer so ein bisschen Curtneys an Ecken, auch Curtney war so ein großer Fan.

00:39:29: Ähm, darauf zu, ja, also die Paralläen.

00:39:33: Das stimmt, eine

00:39:33: Laaf wäre auch eine tolle Besetzung gewesen für Francis Farmer.

00:39:37: Wenn man es in den neunzigern noch mal gemacht hätte, kann man sich eine Laaf auch super vorstellen.

00:39:41: Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat er auch ein Lied für sie geschrieben.

00:39:45: Ach,

00:39:46: und du weißt aber auch nicht, weil ich ...

00:39:48: Oh, gefährliches

00:39:50: Haltwesens, Nimmelsau.

00:39:51: Du musst uns alles

00:39:52: verifizieren.

00:39:53: Weißt du,

00:39:53: was man in Google muss?

00:39:55: Nirwana plus Francis Farmer plus Song.

00:39:58: Ja.

00:40:00: Das müsste jetzt nachgedeicht werden.

00:40:02: Wer das findet, bitte eine E-Mail.

00:40:05: am Film unseres Lebens at Aheuradio.de.

00:40:08: Ich freue mich sehr, wenn ihr mir das sagt, wie der Song heißt.

00:40:11: Ja, und ich glaube, es waren, also es sind zwei Podcasts, die ich gehört habe.

00:40:15: Und in dem einen wurde eben auch gesagt, dass diese Liebesgeschichte mit dem Journalisten, der der ich erzählt

00:40:21: habe.

00:40:22: dieser Harry, dass das auch eine Erfindung ist.

00:40:25: Sowohl die Lobotomie als auch diese Liebesbeziehung.

00:40:28: Alles mit der Lobotomie?

00:40:29: Ja, das ist, glaube ich, nämlich ... Das ist dann Spekulation.

00:40:33: Ich hab verschiedene Quellen.

00:40:34: Ich hab jetzt auch nicht topseriös.

00:40:37: Hollywood Babylon von Kenneth Enger, das große Buch über die berüchtigten Hollywood-Geschichten, hab ich's nachgelesen.

00:40:43: Da steht noch mal drin, dass es wohl eine Lobotomie gab.

00:40:46: Aber du sagst dir selber geläugnet, Francis Farmer.

00:40:49: Aber damit zitiere ich jetzt die Sprechen.

00:40:52: von diesem Podcast.

00:40:53: Also ob die das wiederum akkurat recherchiert hat, weiß ich

00:40:56: nicht.

00:40:57: Seine wahnsinnig unseriöse Sendung.

00:40:59: Ja, Entschuldigung.

00:40:59: Ich

00:40:59: bin ein unseriöser Gast.

00:41:05: Also, das gilt es einfach noch mal zu hinterfragen.

00:41:08: Ich fand es einfach interessant, dass es offenbar unterschiedliche Meinungen gibt, was jetzt auch immer war sein mag.

00:41:14: Na absolut.

00:41:15: Sie hat wohl selber später eine Sendung gehabt?

00:41:18: Genau.

00:41:18: Sie ist an Krebs gestorben.

00:41:19: Ja, genau.

00:41:21: Und sie ist umgezogen nach Indianapolis.

00:41:23: Das steht auch im Abspann des Filmes.

00:41:25: Ich hab's auch noch mal nachgeguckt.

00:41:26: Sie ist umgezogen nach Indianapolis und hat dort eine Fernsehsendung noch moderiert.

00:41:31: Genau.

00:41:32: So hat gearbeitet.

00:41:33: Was finde ich auch ganz interessant.

00:41:35: weil sie sich diesem Hollywood-Business total abgewendet hat.

00:41:39: Ja.

00:41:40: Aber dann trotzdem sozusagen diesen ganz großen Traum von, ich sag mal, anspruchsvollem Schauspiel, die sich dann auch nicht mehr erfüllen konnte.

00:41:49: Ja.

00:41:49: Aber falls sie wirklich die Lobotomie bekommen hat, ist das ja auch überhaupt kein Wunder, weil man dann ganz ... Ja, natürlich.

00:41:55: Total den Zugriff zu den eigenen Gefühlen verliert.

00:41:58: Natürlich.

00:42:00: Natürlich.

00:42:01: Also insofern, der Film macht das wirklich großartig zu zeigen, wie sie kaputt gemacht wurde.

00:42:08: Ja.

00:42:12: Und wenn du jetzt die Wahl hättest, wenn du jemand fragst und dir sagst, Jenny, welchen der beiden Filme soll ich sehen?

00:42:19: Ich will gut drauf kommen.

00:42:22: All eure Gesichter oder Francis.

00:42:25: Welchen sollte man sich zuerst ansehen?

00:42:29: Also Francis hat mir mehr Wege getan.

00:42:32: Aber deswegen bin ich noch abgebogen zu all eurer Gesichter, weil wir in den Gesprächen vorher gesagt haben, oh Gott, es wird die düsterste Sendung ever.

00:42:41: Und dann habe ich gedacht, all eure Gesichter hat auf jeden Fall auch leichte Momente und optimistische und positive und Francis.

00:42:49: ist so traurig und so ungerecht und macht mich so wütend, dass dieser arme Frau das erlebt hat.

00:42:55: Und selbst wenn die Hälfte davon stimmt, ist das schon schrecklich genug.

00:42:58: Das stimmt, das stimmt.

00:43:00: Ja, nee, hast du vollkommen recht.

00:43:03: Aber wir verabschieden uns davon, dass das jetzt noch eine leichte, lustige Sendung wird, Jenny.

00:43:08: Was mich auch berührt hat in dem Francis-Film, dann sagt sie ja einmal zu ihrer Mutter Mama Yo-Kill-Me.

00:43:18: Ja.

00:43:18: Was freiber setzt, so viel auch heißen kann.

00:43:21: Wie machst du mich fertig?

00:43:23: Und diese Mutter, dann gleich, eine Psychiater, meine Tochter hat sie mir gesagt, ich bringe sie um.

00:43:29: Ja,

00:43:30: das war auch eine der stärksten Szenen, oder die beiden zusammen.

00:43:33: Sie ist in der Psychiatrie mit der Mutter.

00:43:36: Und die Mutter händigt ihr Briefer aus, Fanpost.

00:43:40: Ja.

00:43:40: Und die Tochter sagt, warum sind die alle schon geöffnet?

00:43:43: Ja.

00:43:44: Und da reagiert die Mutter schon pickiert, und dann endet das mit diesem Junkilmi.

00:43:50: Und hinterher in der Szene danach, wie dann ihr die Worte im Mund umgedreht werden.

00:43:55: Und das fand ich auch sehr, sehr stark.

00:43:58: Dass sie keine Chance hatte, auch die Mutter, die sie so fertig gemacht hat und das so benutzt hat, ihre Hilflosigkeit.

00:44:05: Und das erst mal schon der Stempel, sie ist verrückt auf ihr, war ganz schlimm.

00:44:13: Ganz schlimm.

00:44:16: Ihr habt Glück.

00:44:16: Francis kann man gar nicht so leicht sehen.

00:44:20: Aber all eure Gesichter habe ich zum Beispiel auf Arthaus Plus geguckt.

00:44:25: Da kann man in online ganz leicht sehen.

00:44:30: Francis ist wirklich interessant.

00:44:31: Da habe ich nachgeguckt.

00:44:34: Hab ich

00:44:35: nirgends online entdeckt.

00:44:37: Ja, und ich war dafür extra in einer Videothek.

00:44:41: Es gibt

00:44:41: noch welche.

00:44:43: Ich

00:44:43: hab es auch nicht gewusst, ja, in Berlin.

00:44:46: Mach mal gleich Werbung für die Videothek.

00:44:48: Oder lohnt sich, ne?

00:44:48: Auf

00:44:48: jeden Fall.

00:44:49: Ich weiß gar nicht, wie sie heißt, aber sie ist in der Invalidenstraße in Berlin-Mitte.

00:44:54: Filmgalerie, kann das sein?

00:44:55: Ja, ich glaub Filmgalerie.

00:44:57: Super gut sortiert, nämlich all eure Gesichter stand auch bei den neuen Scheinungen.

00:45:01: Genau.

00:45:02: Also, der Trend geht wieder zum ... Zum analogen Filmerlebnis.

00:45:07: Wenn ihr in Berlin wohnt, fahrt dorthin und leidet euch den aus.

00:45:12: Leidet euch beide aus.

00:45:15: Allerdings hab ich gesehen von Francis, wenn ihr sagt, das Film ist mir zu hart, aber mich interessiert diese Frau.

00:45:21: Ich weiß nicht, ob ich bei der Film geht, fast zweieinhalb Stunden

00:45:24: auch.

00:45:25: Zweieinhalb

00:45:26: Stunden leid.

00:45:27: Nein, es gibt auf YouTube ... Viele, viele Dokos, die fünfundvierzig Minuten gehen über Francis Farmer.

00:45:35: Und ich glaube, da kriegt man auch einen tollen Eindruck von dieser Frau, von ihrer Persönlichkeit.

00:45:39: Das würde ich sonst euch ans Herz legen.

00:45:42: Ja, und die ersten vierzig Minuten kann man auch gut schauen, weil erst dann geht das los mit der Substantrie.

00:45:47: Also, da hat sie noch so normale Probleme.

00:45:49: Ja,

00:45:49: genau.

00:45:49: Einfach nach vierzig

00:45:50: ... Genau,

00:45:51: das ist ... Das ist Janis Trick.

00:45:53: Nach vierzig Minuten abschalten.

00:45:56: Das ... Das war auf jeden Fall immer gut.

00:45:59: Wenn der Typ mit dem Gangster-Film, wenn der Typ in die Bank reingeht mit der Waffe, dann mach ich Stopp.

00:46:06: Da ist nichts passiert.

00:46:08: Genau.

00:46:09: So kann man auch Janis-Film gucken.

00:46:11: Einfach nicht fertig gucken.

00:46:12: Leider geht das Elender schon ziemlich früh los.

00:46:17: Das ist besonders an unserem Film, dass wir da schon anfangen, wir fangen in der Schlusskurve an zu erzählen.

00:46:24: Das

00:46:24: stimmt, das stimmt.

00:46:30: Lieber Jenny, wenn man dich live sehen will, hat man noch die Chance, bis Sommer, spielst du am Staatstheater Schwerin.

00:46:37: Also wenn ihr zwischen Berlin und Hamburg mal hin und her fahrt, steigt den Schwerin aus.

00:46:43: Jenny ist dort am Staatstheater noch bis Sommer engagiert.

00:46:47: Mord im Orient Express.

00:46:49: Mord im Orient Express spielst du, was spielst du noch?

00:46:51: Prima Fazil.

00:46:54: Ja, habe ich im Januar Premiere.

00:46:56: Toll, mit wem machst du das?

00:46:58: Mit Nina Mattenklotz.

00:46:59: Ah, sehr schön,

00:47:00: super.

00:47:00: Danach machen wir wieder eine Produktion mit Milan Peschel.

00:47:03: Genau, der Schauspieler aus dem Andreas Dresens Film.

00:47:06: Ah, ja, genau.

00:47:06: Aber er ist vor dir hergeschoben.

00:47:08: So

00:47:08: schließt sich der Kreis.

00:47:09: Ja.

00:47:09: Ja, halt auf freier Strecke.

00:47:11: Sterne heißt das Stück, was wir mit dem machen.

00:47:14: Sehr schön.

00:47:15: Genau.

00:47:16: Das sind Superspray-Theater-Produktionen.

00:47:19: Und wenn man aber so zahlen ... nicht von seinem Suche aufstehen will.

00:47:23: Ich habe gehört, du kommst jetzt gerade auch von der Anprobe.

00:47:26: Ja, ich drehe im Dezember für eine Amazon-Serie.

00:47:30: Und wie heißt die?

00:47:31: Das darf ich noch nicht sagen.

00:47:32: Ah, das darf ich nicht sagen.

00:47:33: Okay, cool.

00:47:34: Also bei Amazon bist du auch bald zu sehen.

00:47:36: Fantastisch.

00:47:37: Jenny, vielen Dank.

00:47:39: Ich weiß, es waren harte Themen, düstere Themen.

00:47:42: Es war trotzdem eine Freude, dass du so viel erzählt hast.

00:47:44: Ja,

00:47:45: es war so aufregend.

00:47:46: Vielen Dank.

00:47:48: Ich danke dir.

00:47:49: Wir danken dir.

00:47:52: Ich würde sagen, ich drück alle Daumen, dass der Film noch oft läuft, dass der hoffentlich auch für uns Hamburger und Hamburgerinnen auch in Hamburg bald im Kino zu sehen ist.

00:48:02: Das

00:48:03: hoffe ich auch.

00:48:03: Traut euch.

00:48:04: Er ist nicht so schlimm, wie ihr denkt.

00:48:07: Nein, der Film hat auch wirklich komische Momente.

00:48:10: Es bleibt immer ein bisschen das Lache im Haar stecken.

00:48:12: Aber ich finde, gerade deine Figur hat manchmal auch ... Sprüche, also auch zu ihrer Mutter, die sie immer wieder besuchen kommt.

00:48:20: Wo sagt ihr, das gibt's jetzt nicht.

00:48:21: Aber das ist auch das Besondere für einen neuen Film.

00:48:25: Er ist nicht in dem Sinn der Genre Arbeit, sondern es ist so purees Leben.

00:48:30: So was euch ja, wie du auch sagst, auch sehr wichtig war.

00:48:34: Und jetzt muss ich noch wissen, Benjamin und du, habt ihr schon eine Idee?

00:48:39: Schreibt ihr schon ein neues Drehbuch?

00:48:41: Zeigt ihr schon dran?

00:48:43: Wir schreiben ganz viele neue Drehbücher.

00:48:44: Das zwei sind quasi fertig.

00:48:47: Wow!

00:48:49: Und da sind wir schon in Gesprächen mit so unterschiedlichen Leuten.

00:48:53: Ah, super!

00:48:53: Ja, und dann schreiben wir auch an einer Komödie.

00:48:57: Also wir versuchen es auch gefälliger.

00:48:59: Ja, aber es ist jetzt noch nichts ganz spruchreicher.

00:49:02: Okay, aber jetzt hast du ja noch verschiedene Projekten dran.

00:49:04: Wir haben auch Drehbuchförderungen bekommen für ein weiteres Drehbuch, das ist jetzt fertig.

00:49:10: Von MV werden wir ganz liebevoll unterstützt.

00:49:12: Ah, sehr gut.

00:49:14: MV, da bist du klasse.

00:49:16: MV für MV.

00:49:19: Mit diesen Worten verabschieden wir uns.

00:49:21: Guckt einen guten Film.

00:49:22: Wenn ihr Lust habt, guckt unsere harten Empfehlungen.

00:49:25: Das würde uns auch sehr freuen.

00:49:27: Unbedingt.

00:49:28: Tschüss.

00:49:29: Tschüss, vielen Dank.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.