„Die Unbestechlichen“ mit Christina Rann

Shownotes

Die erfolgreiche Sportjournalistin und Moderatorin Christina Rann ist zu Gast bei „Filme unseres Lebens“! Als Fußballexpertin analysiert und interviewt sie unter anderem für DAZN, MagentaTV, RTL und Sport1 – und schrieb bereits Geschichte: als erste weibliche Kommentatorin in der Bundesliga-Konferenz der Männer. Für ihren Besuch hatte sie einen besonderen Wunsch: Filme zu schauen, die die Bedeutung des investigativen Journalismus in den Mittelpunkt stellen. Gemeinsam mit Gastgeber Dominique Schnizer spricht sie über das zweifach Oscar-prämierte Drama „Spotlight“ mit Mark Ruffalo und Rachel McAdams sowie über Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ mit Meryl Streep. Neben spannenden Einblicken in ihre Arbeit und Begegnungen mit prägenden Sportgrößen erzählt Christina Rann zudem von ihrem Kindheitstraum, einmal Nachrichtensprecherin zu werden.

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00:00:04:

00:00:08: Hier ist es wieder.

00:00:10: Filme unseres Lebens.

00:00:11: Mein Name ist Dominik, wie die charmante Lady im Vorsprung gesagt hat.

00:00:15: Und heute ist eine großartige Sportjournalistin, Sportmoderatoren und Sportkommentatoren bei mir.

00:00:21: Nämlich die unvergleichliche Christina

00:00:23: Rann.

00:00:24: Boah, ganz herzlichen Dank für dieses Intro.

00:00:26: Moin.

00:00:27: Ja, moin, moin.

00:00:28: Also, liebe Christina.

00:00:31: Die heutige Folge heißt die unbestechlichen, weil wir uns entschieden haben, großartige Filme über Journalismus anzusehen.

00:00:41: Und das haben wir nicht umsonst gemacht, weil, wie ich schon Eingangs erwähnt habe, du bist Journalistin und Moderatorin.

00:00:49: Und ich würde jetzt gerne wissen, du als Hamburger Kind, war das schon immer dein großer Traum, Journalistin oder gab es mal andere Berufswünsche?

00:00:56: Ich glaube, die bewegten Bilder sind es.

00:00:58: Also die waren tatsächlich schon ganz früh mein Wunsch.

00:01:00: Ich habe auch schon erzählt, dass ich gerne Nachrichtensprecherin werden wollte.

00:01:04: Warum?

00:01:05: Klar, also Frau Berghoff war damals jeden Abend pünktlich um zwanzig Uhr bei uns im Wohnzimmer.

00:01:10: Und das war natürlich die Frau, die habe ich gesehen im Fernsehen.

00:01:12: Deswegen war sie mein großes Vorbild.

00:01:14: Und dann war ich sieben Jahre alt und habe meinen Eltern erzählt, ich werde Nachrichtensprecherin.

00:01:17: Direktion da.

00:01:18: auf so mäßig.

00:01:20: Aber was sie schon mit bemerkt hatten, damals hatte ich noch so einen kleinen Kassettenrekorder und habe tatsächlich immer Radiosendungen aufgenommen.

00:01:26: Deswegen freue mich auch, dass wir heute hier sitzen, mit diesem Medium wieder zusammenarbeiten.

00:01:30: Und die Sendung hieß damals CHR.

00:01:33: Ich weiß nicht, warum ich sie also so einfach Initialien genommen habe, aber es musste irgendwie Englisch sein.

00:01:38: Und ich habe dann natürlich die Musikstücke zwischendurch aufgenommen.

00:01:41: Die waren aber ungefähr so fünf Sekunden lang.

00:01:43: Maximal, ich wollte ja mehr Redeanteil.

00:01:45: Merkt man schon irgendwie,

00:01:47: ne?

00:01:48: Was waren denn die sensationellen News, die du da verkündet hast?

00:01:52: Ja, also ich hab tatsächlich live kommentiert, ein Boxkampf, also ich weiß, dass der eine Match-Auge hieß und ich weiß nicht, was ich mir von anderen Namen aus gedacht hab.

00:01:59: Und tatsächlich, weil es zu der Zeit so achtziger Jahre noch so um den Irak ging, hab ich das auch mal erzählt.

00:02:07: Und gleichzeitig in der nächsten Episode, dass ich jetzt eine Zahnspange hab.

00:02:10: Also das Spektrum war wahnsinnig groß.

00:02:12: Das

00:02:13: war ein richtiges Boulevard-Magazin, muss man sagen.

00:02:15: Wie alt warst du da?

00:02:17: Ja, das war auch so ungefähr.

00:02:18: Da war ich so sieben, acht Jahre alt.

00:02:21: Schon so auch so ein politische Dimension.

00:02:23: Ich glaube nicht, dass man da als Kind die Dimensionen hast, aber das ist schon in den Alltag integriert.

00:02:28: Also und gerade so dieses, ich wollte unbedingt die Nachrichten mitgucken.

00:02:32: Ich weiß es nicht, wenn ich meine Tochter gerade so sehe, die sechs Jahre alt, ob ich dann sage, in zwei Jahren gucken wir die Abendnachrichten zusammen.

00:02:38: Aber das hat mich so geprägt.

00:02:40: Also für mich gehörte das doch einfach dazu.

00:02:42: Und es war ja auch nicht unbedingt nur bewusst, sondern irgendwie kurz vor Armbrot lief das halt immer oder kurz nach Armbrot, wenn es hieß eigentlich gleich ins Bett.

00:02:49: Aber für mich gehört das total.

00:02:51: So die täglichen Nachrichten.

00:02:52: Deswegen finde ich unser Thema heute auch so passend.

00:02:54: Ja, finde ich auch.

00:02:55: Wenn ich noch kurz fragen darf, wie ist die Sendung nochmal genau?

00:02:59: CHR.

00:03:01: C-H-A.

00:03:02: Ja,

00:03:02: C-H-R einfach.

00:03:03: Ja, aber das ist ja, weil du bist ja Heil-Portugiesin, oder hast du die Doppelstaatswürde?

00:03:08: Ja.

00:03:09: Habt ihr, sagen wir mal, ihr portugiesischen Landsleute so im Blut, oder?

00:03:12: Weil man sagt über Christiana Ronald auch immer, C-R-Seven.

00:03:15: Ja, stimmt, der C-R-Sieb mehr, genau.

00:03:17: Ich bin da von dir geklaut.

00:03:17: Das hat da von

00:03:18: dir geklaut.

00:03:19: C-R-Seventeen bin ich dann tatsächlich.

00:03:20: Bei mir wird das mit dem Geburtstag ganz gut passen, aber genau.

00:03:23: All

00:03:24: right.

00:03:24: Ah, sehr gut.

00:03:25: Genau.

00:03:26: Also, heute unser Thema Journalismus im Film.

00:03:31: Und

00:03:32: wir haben uns beide einen Film gegenseitig mitgebracht und ich würde sagen, wir hören mal kurz in Kristinas Wahl und dann erzählst du uns mal kurz was dazu vielleicht.

00:03:48: Ich weiß, es gibt Dinge, die Sie mir nicht sagen dürfen.

00:03:51: Aber ich weiß auch, hier gibt es eine Story,

00:03:53: von der jeder hören

00:03:54: wird.

00:03:56: Glauben Sie, Ihre Zeitung hat die Ressourcen dafür?

00:03:58: Spotlight?

00:03:59: Ich halt der Tipp.

00:03:59: Denkst du, er hat etwas?

00:04:01: Ich

00:04:01: will weitergraben.

00:04:02: Konzentrieren wir uns auf die Institution.

00:04:04: Zeigen Sie mir, dass das von ganz

00:04:05: oben kam.

00:04:08: Spotlight von Tom McCarthy.

00:04:12: Und jetzt wollen wir gleich mal... Vielleicht ein bisschen was erzählen, worum es genau in diesem Film geht.

00:04:19: Das ist ja eine wahre Geschichte.

00:04:21: Genau.

00:04:21: Und dementsprechend auch wahnsinnig gut recherchiert.

00:04:23: und während dieser kleine Trailer vielleicht jetzt so anmundet, als sei das ein sehr reißerisch erzählter Film, finde ich, ist das gar nicht so, sondern es begleitet vier Journalistinnen, die in einem Team zusammensitzen, das sich dann eben Spotlight nennt, die sind auch von der Redaktion in einem anderen Ort untergebracht.

00:04:40: Also für mich sah es ein bisschen aus nach Keller einmal links, die Treppe runter.

00:04:44: Und was ganz spannend ist, dass diese Reporterinnen dann von einem neuen Chefredakteur auf ein Thema angesetzt werden.

00:04:50: Das Thema hat eine unfassbare Schwere und ich glaube, das macht der Film richtig gut, weil er da auch nichts verheelt, sondern es geht um den Missbrauch von Kindern durch katholische Priester.

00:05:01: Und es geht darum, wie sie dann weiter recherchieren.

00:05:04: und was dieser Film zeigt, ist wie funktioniertiven Recherche.

00:05:08: Was der Film aber auch zeigt, ist, dass man dafür Zeit, Geduld und ein Budget braucht und sich damit auseinanderzusetzen.

00:05:15: setzen.

00:05:16: Das finde ich unfassbar, wie der Film das schafft und ohne, und das ist das Wichtige, trotz des schweren Themas, ohne das zu zeigen, sondern wie wird das gezeigt?

00:05:25: nachher in den Interviews.

00:05:26: Da gibt es einen Mann, eine zentrale Rolle, wo man merkt, jetzt bekommt der Film wirklich Drive, der dann seine Geschichte erzählt und ein Foto von sich hochhält mit elf Jahren.

00:05:36: Es ist aber eben nicht ein realen Actman oder irgendwas fürchterliches durch einen fliegenden Vorhang gefilmte irgendwas Schlimmes, sondern es wird darüber erzählt.

00:05:44: und das finde ich trotzdem so inzwischen aus eben genau dieser journalistischen Neutralität und das was dich am Ende halt packt.

00:05:51: So einer der Main Cast ist Mark Ruffalo und der am Anfang auch einfach so dieser typische investigativ Journalist ist.

00:05:59: im Sinne von count me in, ich bin dabei, ja machen wir, ich gehe in die Tiefe und am einen Punkt in diesem Film bekommt der so ein kompletten Ausraster.

00:06:08: Und da gibt es ja so die Trivia zu diesem Film, das man auch sagt.

00:06:10: Ein Zitat davon stand gar nicht im Drehbuch, sondern da gab es so ein bisschen aus ihm raus zu sagen, sie wussten davon und sie haben nichts getan.

00:06:18: Und das ist wirklich auch so ein Wendepunkt nochmal in diesem Film.

00:06:22: Das stimmt.

00:06:23: Ah, das wusste ich gar nicht.

00:06:23: Den hat er improvisiert beim Drehen Magrathalo.

00:06:26: Sagt man so, ja.

00:06:27: Ah, interessant.

00:06:28: Übrigens, ein kleines Apovo Trivia.

00:06:31: Magrathalo's Figur ist ein US-Portugiese.

00:06:35: Ja, das habe ich gefreut.

00:06:36: Ich habe das beim ersten Mal sehen, überhaupt nicht wahrgenommen.

00:06:40: Und wir müssen gestehen, heute gerade total abgefeiert dann natürlich.

00:06:44: Also da ging es ein bisschen, mein patriotisches Herz ging natürlich hoch dann.

00:06:48: So, genau.

00:06:49: Er spielt einen Journalisten mit Namen Resende.

00:06:52: Und was das Tolle an diesem Film ist, du hast ja auch schon so kurz beschrieben, er ist ihm nicht reißerisch, sondern er ist eigentlich sogar sehr, sehr sachlich.

00:07:02: Also er zeigt wirklich, wie mühsam das ist, diesen komplexen Fall zu recherchieren und auch Was mich auch so bedrückt hat, dieses Ankämpfen gegen so Honorationen der Stadt, die natürlich jetzt nicht daran interessiert sind, dass die katholische Kirche in einem schlechten Licht dasteht.

00:07:20: Genau.

00:07:21: Das ist ein ganz großes Thema, dass du dann... in diesem Fall auch eine sehr starke Institution hast, die das dann natürlich auch versucht in gewisser Art und Weise zu verhindern, wie es halt oftmals so ist, wenn es unbequem ist, so bei journalistischen Tätigkeiten.

00:07:36: Wusstest du allerdings, dass da ganz schön viele Superhelden auch mitspielen?

00:07:39: Ja, ich habe mir das auch lustigerweise aufgefallen.

00:07:42: Ich bin ja wirklich gar nicht so ein Marble-Universum, aber selbst an mir ist nicht voll.

00:07:45: Mark Ruffalo ist Hulk, richtig?

00:07:48: Dann Liv Schreiber, der Chefredakteur, spielt er es auch irgendwie.

00:07:51: Bei den X-Men ist das Sabre-Tooth, glaube ich.

00:07:54: Was war das als Sabre-Tooth

00:07:55: für ein... Ich weiß es nicht mehr, ob das der Counter-Part war damals zum

00:07:59: Wolverine, oder?

00:08:00: Zum

00:08:00: Wolverine.

00:08:01: Ja.

00:08:01: Und dann hast du natürlich auch noch mit Keaton den Batman.

00:08:04: Das ist dann allerdings nicht mehr Marvel, sondern dann jetzt rüber zu DC.

00:08:08: Aber es hat schon sehr, sehr viel Fantastisches.

00:08:10: Ich verstehe, du bist voll drin.

00:08:11: Genau, also wenn Christine und ich noch eine Sendung mal machen, dann wird es, glaube ich, um Superhelden gehen.

00:08:15: Ja, Michael Keaton, genau.

00:08:18: Ganz interessant ist auch Liv Schreiber, als der Chefredakteur, hat auch schon so viel Bartwuchs in seiner Szene.

00:08:25: Er bereite sich schon vor.

00:08:27: Das müssen wir

00:08:28: jetzt mal checken, ob das dann genau zu der Zeit gedreht worden ist.

00:08:31: Aber versteht, also dieser Film hat aus dem besten Film den Oscar bekommen.

00:08:36: Und ich finde es so spannend, weil das ist natürlich bei einem Film, der sich um die Kirche dreht, da auch geschrieben wurde, es war teilweise in der Development Hell, also in der Entwicklerhülle

00:08:48: Hollywoods,

00:08:48: weil sich niemand daran getraut hat, habe ich auch gedacht.

00:08:50: Also das dann da so zu bezeichnen.

00:08:53: Huyuyuy, aber ja, so war

00:08:54: es.

00:08:55: Total.

00:08:55: Und das Interessante ist, er hat als bester Film gewonnen und er hat den Oscar fürs beste Drehbuch gewonnen.

00:09:00: So, was ich auch total, wie soll ich sagen, angemessen finde, weil es wirklich unglaublich stark spannende Geschichte ist.

00:09:08: Und ja, wir kriegen es ja immer wieder mit.

00:09:10: Also ich, als Österreicher kann es sagen, ich bin dann aufgewachsen mit dem Fall von Carlinal Groa, der damals eben also den Scoop gab, dass der im viele Jungen missbrauchte in der Kirche.

00:09:23: Und wie lang auch da von der Kirche, von der katholischen Kirche in Österreich und wahrscheinlich auch darüber hinaus, ich war halt Kind, Jugend, ich habe es nicht so im Detail mitbekommen.

00:09:31: Aber es wurde relativ lange stark gebunkert.

00:09:33: Also man kann sich auch wirklich diesen Druck, der ein Spotlight erzählt wird, kann man wirklich total nachvollziehen.

00:09:39: Und wir haben uns ja gerade kurz bevor wir uns in die Aufnahme gestartet sind nochmal drüber unterhalten.

00:09:44: Wie interessant das in den Filmen ist.

00:09:46: Das ist ein totaler Ensemble-Film.

00:09:48: Alle Figuren, diese fünf Hauptfiguren sind relativ gleichberechtigt.

00:09:53: Aber man hat ja trotzdem das Gefühl, dass man die sehr, sehr gut mitbekommt.

00:09:57: Zum Beispiel Rachel McAdams spielt die Journalistin in dem Recherche-Team und die hat ja einen Ehemann namens Hansi.

00:10:05: Haben wir verifiziert, ob das ein Österreicher ist?

00:10:07: Ich gehe schwer davon aus, so verständnisvoll und zu geneigt, wie er ist und alles wuppt.

00:10:13: Also ich keine Ahnung, aber sehr interessant, das müsste man wirklich.

00:10:17: Also da hat dieser Film ja sehr, sehr genau recherchiert.

00:10:20: Es gehe ich mal davon aus, dass der Ehemann auch wirklich im Warengeber Hansi gerufen wird.

00:10:26: Das Interessante ist auch, dass da einfach Hansi... hat, glaube ich, fünfzehn Sekunden Screentime, aber es ist wirklich ganz toll, weil diese ganze Beziehung nebenher einfach in so einer kurzen Szene erzählt wird, dass sie irgendwie gestresst zu Hause ist, weil die so einen immensen Druck da verspüren aufgrund dieses Falles und er eigentlich unser... Yeah, you had a tough job at the office, und so, und dann klingelt's an der Tür, und dann kommt, glaub ich, eh Mark Rafferlores Kollege, um sein Frust abzuladen.

00:10:54: Er sagt, are you again?

00:10:55: Genau, das you again ist es.

00:10:56: Und sie, die ja auch mit ihrer Oma dann immer dreimal die Woche dann auch in die Kirche geht und irgendwann aufgrund der Recherchen das nicht mehr kann, auch ganz spannend.

00:11:06: Und in diesem Fakt, das einfach erzählt so.

00:11:09: Und da geht ganz, ganz viel.

00:11:10: Und ich glaube, dass diese Präzision des Films, die merkst du und auch das, Diese Journalistinnen, die auch irgendwann den Pulitzerpreis bekommen haben, auch damals sehr nah auch beim Set dabei waren und auch als das eingerichtet worden ist, dann nochmal zu ihren Schreibtischen gegangen

00:11:26: sind und so

00:11:27: ein bisschen rumdekoriert haben, so wie es dann wirklich war.

00:11:31: Und das ist ja auch so herrlich zu sehen, da ist ja eine Ordnung drin, ja natürlich, aber diese Berge von Papier und wie überhaupt dann so ein Schreibtisch wirklich auch aussah, so auch zu der Zeit.

00:11:43: Das stimmt, das lebt.

00:11:45: Weil man kennt es ja oft so in Netflix-Serien und bist in der Wohnung von irgendeiner Person und dann merkst du, es ist alles so schön indekoriert vom Set-Designer und vor den Prop-Leuten.

00:11:54: Und da wächst es wirklich, du hast immer das Gefühl, du bist in authentischen Orten.

00:11:58: Auch den Anwalt, das ist der Andi Tutschi, spielt ja einer dieser Opferanwälte, der eigentlich erstickt in seinen ganzen Aktenorten und eigentlich auch nie Zeit hat für die Zeitungsleute, sagt so, ihr hättet früher die Chance gehabt, da hattet ihr so, ich muss jetzt meine Fälle bearbeiten.

00:12:12: Und ich bin normal... Schweigepflicht gebunden.

00:12:16: Und das ist auch eine, finde ich, fantastische Figur, weil man auch so merkt, er kämpft so für die richtige Sache.

00:12:22: Aber er wird mir nicht so erzählt, als so, ihr müsst diese Figur jetzt mögen.

00:12:28: Sondern sie wird mir auch nur so mit Ecken und Kanten gezeigt.

00:12:31: Und was ich ganz interessant auch fand, als wir so ein Film geguckt hatten, wir hatten auch... unterschiedliche Vibes manchmal zu den Figuren.

00:12:39: Also ich zum Beispiel finde so diesen Chefredakteur, ich fand ihn irgendwie interessant.

00:12:44: und dann ja, dass das jemand, der finde ich halt die Gruppe zusammen, da hast du es aber auch trotzdem so ein bisschen anders gesehen.

00:12:50: Ja, ich fand schon auch dadurch, dass ja jemand war, der neu reinkommt und das ist ja auch sehr authentisch erzählt.

00:12:57: Und was ist halt auch das Motiv dahinter?

00:12:59: Der hatte sicherlich einen Motiv, Dinge aufzudecken, aber halt auch auf einen großen Scoop zu gehen und wäre dann so das Team einschm- wird, ja, das kann man sympathisch finden.

00:13:08: Ich fand es aber einfach leadership.

00:13:10: Und das war das, wo ich dann auch gedacht habe oder bei mir, dass so ein bisschen klingelte von, ja, ich glaube, ich hätte es dann in der Situation, es gibt eine Konfliktsituation, wo sich dann einfach zwei so ein bisschen kappeln, auch ein ganz spannendes Szene und er das dann so beruhigen will.

00:13:24: Aber das ist eben so eine Chef-Attitude.

00:13:26: Und deswegen kam das für mich gar nicht so positiv an.

00:13:29: Interessant, weil ich fand es bei ihm ganz interessant, weil erst die sich so streiten.

00:13:33: hat er ihnen so einen Hinweis gegeben, wir arbeiten alle in derselben Sache.

00:13:36: Und wenn wir jetzt gegeneinander gehen, obwohl der Feind außen ist, nämlich die Leute, die verhindern wollen, dass wir die Story bringen, dann schwächen wir uns selbst.

00:13:44: Und ich finde, er hat es so auf eine interessante, ruhige Art gemacht, dass man so sagt, ja, so eine Institution beruhigen, das fand ich interessant.

00:13:52: Wo ich total bei dir bin, ist das wirklich interessant.

00:13:56: Der Film geht ja damit los, dass er ja neuer Chefredakteur, glaube ich, aus Miami kommt, nach Boston.

00:14:03: Und sofort zu ihnen sagt, was sind die harten Storys?

00:14:06: Wo recherchiert ihr?

00:14:07: Und sofort so auf den größten möglichen Skandal geht.

00:14:11: Da bin ich voll bei dir.

00:14:13: Dass man denkt, okay, da will er natürlich die größten Schlagzeilen kriegen.

00:14:17: Es geht ihm nicht nur darum, einen Skandal aufzudecken, sondern auch ... Ja, große Schlagzeilen zu

00:14:23: machen.

00:14:24: Stimmt, aber ich finde, dass der Film dafür auch ein Verständnis weckt, wie es ist, innerhalb eines Systems auch zu sein.

00:14:29: Und das System heißt in diesem Sinne, die statt alle anderen haben ein soziales Leben, was aufgebaut ist dort.

00:14:35: Und natürlich immer der von extern reinkommt und eben genau nicht am Wochenende vielleicht auch mit den Menschen zusammen zu tun hat, über die man vielleicht recherchieren muss.

00:14:43: Das ist halt auch total spannend.

00:14:45: Aber ich finde es auch grundsätzlich spannend, wie sich der Film damit auseinandersetzt.

00:14:49: Also das wird auch kein Hehl darum gemacht, dass dieser Zeitung schon fünf Jahre zuvor eigentlich Hinweise auf die ganzen Fälle geliefert worden sind.

00:14:57: Und auch einer der Akteure, der dann halt nachher sagt, ja eigentlich war es auch auf meinem Schreibtisch, ich habe es nicht erkannt.

00:15:02: Und da so eine ganz offene Umgang damit, also wie das halt auch manchmal sich überhaupt erst entwickelt, eine Geschichte.

00:15:09: Und dass es manchmal Zeit braucht, die richtigen Leute, den richtigen Moment und dann halt auch die Ressourcen.

00:15:14: Also hätten sie es vielleicht vor fünf Jahren vorgeschlagen und hieß es eben, packen wir und es war dann auch so in den Lokalteil und dann war es das.

00:15:21: So, damit.

00:15:22: Und jetzt zu sagen, wir haben ein Team von vier Leuten, die sich damit, der Zeitraum des Films war für mich ein bisschen unklar, aber so über ein Jahr glaubt, haben sie die

00:15:29: Zeit genutzt,

00:15:31: das zu Tiefen recherchieren.

00:15:32: Das ist natürlich, kostet ja auch ein bisschen, ne?

00:15:35: Ja, absolut.

00:15:36: Und das ist auch, warum wir, glaube ich, diesen Film auch so toll fanden, weil es ja wirklich, es gibt ja auch von, sag ich mal, habe ich so in der Vorbesprechung gesagt, ich finde es immer toll, SZ, NDR, zusammenrecherche Ding, dass die eine große Sache recherchiert haben, aufdecken, richtig wasserdicht.

00:15:53: Das ist natürlich, was dieser Film auch, also so eine Form von Arbeit auch das Denkmal setzt.

00:15:58: Ich möchte nur noch mal, weil du es gerade so gesagt hast, nochmal, Die Lanze für Liefschreibers-Chefredakteure

00:16:04: brechen.

00:16:05: Ich merke, im

00:16:05: Wundenpunkt.

00:16:06: Nein, gar gar im Wundenpunkt.

00:16:08: Ich finde es noch ganz interessant, weil es sich wirklich, auch finde ich, sehr für den Film spricht, dass man an dieser Vielzahl von Figuren, dass man auch merkt, dass die Komplex erzählt sind, dass man da auch drüber sprechen kann und unterschiedliche Meinungen sagen kann.

00:16:23: Er ist sozusagen der, der das Team dazu bringt, sagt, wir bleiben da jetzt dran und wer arbeiten das?

00:16:28: und ich mach die Ressourcen klar, weil du grad sagtest, dass das natürlich alles seine Zeit braucht.

00:16:32: Und er ist natürlich der, der den Anstoß gibt dafür und auch immer zu ihnen sagt, bleib dran.

00:16:37: Und er muss ja auch dann zu diesen Hundert so an der Stadt, die er ja nicht kennt und auch nicht persönlich verbunden ist, aber denen auch die Stirn bieten.

00:16:45: Und sich halt hinter seinen Team stellen, das ist ganz wichtig.

00:16:47: Also eine kleine Klammer gibt's da drin und das ist auch Historisch wahnsinnig spannend.

00:16:53: Nein, Eleven fällt in diesem Zeitraum der Recherche.

00:16:55: Dann stoppt sie kurz.

00:16:56: Und dann ist genau die Frage, weil natürlich die Opfer, die Überlebenden ... die dann wieder erst mal überhaupt Hoffnung schöpfen, weil einige von ihnen eben fünf Jahre zuvor schon gedacht haben, die Geschichte wird gut erzählt und sie wird eben nicht erzählt.

00:17:10: Das ist eine unfassbare Belastung für die Überlebenden.

00:17:14: Und da hat eben auch gerade die in der Person gespielt von Rachel McAdams nochmal versucht, mit denen zu sprechen, auch diesen Zeitgeistern eben genau einzufangen.

00:17:24: Das halt dann kommt eben klar alles überschreibende Nine Eleven in Amerika.

00:17:27: Es war weltweit, das war für uns alles überschreibend.

00:17:30: Wir wissen alle, wo wir waren in

00:17:32: den Moment.

00:17:32: Genau.

00:17:33: Und dass Sie danach den Ball wieder aufgenommen haben.

00:17:37: Total.

00:17:37: Es gibt auch gerade in diesem Bereich eine interessante Szene, wo Sie dann in der Zeitungsredaktion zusammensitzen und sagen, Jetzt war gerade ein Eleven, wir können jetzt nicht zu Weihnachten die Geschichte bringen.

00:17:46: Also das können wir nicht den Leuten antun, ist es so ein bisschen der Haltung.

00:17:49: Also wann bringen wir diese große Story?

00:17:51: Ja, absolut.

00:17:52: Natürlich auch mit der Institution, die an Weihnachten eine sehr starke Rolle spielt in verschiedenen Haushalten.

00:17:58: Genau.

00:17:59: Das fand ich auch spannend.

00:18:00: Aber auch das und das ist überhaupt und ein etwas, was ich noch so mitgenommen habe jetzt beim Neujahren sehen.

00:18:07: Auch die, warum nennt man das Survivor?

00:18:10: Und da sitzt jemand und erzählt, so auf so eine beeindruckende Art und Weise, dass es nicht nur die körperliche Gewalt ist, sondern eben auch nicht nur das seelische, sondern dass es sozusagen auch die eigene Religion, was eine Identität ist, dann zerstört hat.

00:18:24: Und das hat mich so wahnsinnig bewegt.

00:18:25: Also ich finde es gut.

00:18:27: Ich glaube, das kommt ein bisschen mehr im Moment aus dem englischen Missbrauchsopfer dann auch Survivor zu nennen.

00:18:33: Und das berührt mich noch mal mehr.

00:18:35: Deswegen finde ich diese Begrifflichkeit so klar und so wichtig, die dazu verwenden.

00:18:39: Total.

00:18:39: Und es wird auch von einer Figur, ich glaube, es ist Stanley Tutsches Anwalt, vielleicht empfinden wir uns Michael Keaton, es wird, glaube ich, auch mehr, muss er werden.

00:18:46: Er sagte, er hatte Glück, er lebt noch und er hat eine Familie jetzt sogar und Kinder.

00:18:51: Genau.

00:18:52: Und trotzdem sprechen wir zehn Minuten drüber und er kann nicht mehr.

00:18:56: Also, das wirklich, und das ist auch wirklich, das finde ich eben auch wichtig, das nochmal zu betonen, weil du es ja auch eingangs gesagt hast, das ist ein ganz... Klare, ruhig erzählter Filme, kein reißischer Film, also der schlägt auch kein Kapital aus dem Skandal, sondern er zeigt wirklich sehr, sehr eindrücklich, was diesen Leuten geschehen ist, wie sie damit umgehen und was gute Pressearbeit leisten und auch unterstützen kann.

00:19:23: Eine totale Beobachterrolle.

00:19:25: Und genau von diesem Fall, von dieser Szene, wo du erzählt gerade, du bist bei den ersten Minuten dabei.

00:19:31: Aber du bist nicht beim Zusammenbruch dabei, sondern wir erleben mit, wie das Gespräch losgeht und danach wird darüber gesprochen.

00:19:38: Und das finde ich auch eine unfassbar gute Art und das zu erzählen.

00:19:42: Deswegen sehr viele Menschen, mir geht es auch so, würden den Film auch an den Sonntag Nachmittag schauen.

00:19:47: Genau deswegen, weil er diese Erzählart und Weise hat.

00:19:50: Und das finde ich unfassbar beeindruckend, dass das geht.

00:19:53: Ja, und das wirklich, also wir haben schon dieses Schauspielonsommel total gelobt, das Drehbuch sehr gelobt.

00:19:59: Und das ist Ko verfasst von Tomek Kase, dem Regisseur des Films.

00:20:03: und was wirklich ganz erstaunlich ist, weil ich mir auch so dachte, ich hatte den Film auch so vor sieben, acht Jahren das erste Mal gesehen, weil damals schwer beeindruckt und dachte mir super, dass du den auswählst und hab ich nachgeguckt, was hat Tomek Kase noch gemacht?

00:20:17: Und dann war ich völlig erstaunt, dass er nicht so noch so zwei, drei Oscarfilme, also er arbeitet viel als Schauspieler, hat in The Wire mitgespielt.

00:20:25: und hat auch viele Fernsehserien gedreht und einen anderen kleinen Film.

00:20:29: Aber das ist eigentlich sein einziger Big-Budget-Film und bin echt schwer beeindruckend.

00:20:35: Ich hoffe, dass von dem Mann noch was kommt.

00:20:38: Ja, auf der anderen Seite was soll kommen und wie lange hat er dran gesessen?

00:20:41: Wie lange war es genau in dieser Entwicklungsstufe noch mal drin?

00:20:45: Wie lange hat das gedauert, sich auch mit diesem Thema dazu beschäftigen und also unglaublich gut recherchiert?

00:20:51: Und ich würde eine Sache nochmal so herausstreichen.

00:20:54: Und mal jetzt auch nicht die Frau vom Fach dazu sein, aber natürlich manchmal reagiere ich auf Bilder und es gibt eben dann eine Szene in der ca.

00:21:01: der Hälfte des Films, wo dann klar wird, was das Ausmaß ist.

00:21:05: Und da jemand den am Telefon die Einordnung gibt, es handelt sich um sechs Prozent aller.

00:21:12: Priester, aller katholischen Priester.

00:21:14: Und die Kamera hat dieses typische Zoom-Out, also sie fährt so ganz ganz langsam weg, der Raum öffnet sich und du merkst ab dann kommt das auch raus aus diesem kleinen Raum, den Fällen, von denen sie wissen und da wird es plötzlich... groß.

00:21:28: und das auch so filmisch technisch zu unterstützen, fand ich richtig gut.

00:21:33: Ja, es war super erzählt.

00:21:35: und weil du auch sagst mir diesen sechs Prozent, sie rechnen das dann aus, also auch sechs Prozent aller Priester, das heißt sie rechnen dann den Boston aus und kommen beim Ausrehen auf neunzig Priester.

00:21:46: Also sie fangen an bei einem einzigen Fall, merken dann der rechercherische Sie haben dreizehn Namen und dann dieser Punkt, den du besprichst, dann recherchieren sie nochmal durch und kommen drauf, weil diese Priester, wie das öfters mal passiert, das kann man auch bei anderen Fällen nachlesen, werden die nicht strafrechtlich belangt, so innerhalb der Kirche gedeckt und werden einfach versetzt.

00:22:11: Und das passiert mit diesen Priestern eben auch, dass die aus bestimmten Gründen dann zu einer Gruppe gehen, wo sie anscheinend etwas ein bisschen therapiert werden.

00:22:19: oder sagen wir auch einfach das ganze wird vertuscht und sie recherchieren das und kommen drauf es sind wirklich fünf und achtzig Priester also fünf unter diesen neunzig diese prozentzahl ausmachen würden und diese dimension ist erschreckend.

00:22:33: und da zieht es also.

00:22:35: da finde ich nimmt dieser film nochmal so ich glaube das ist so ein bisschen nach der Hälfte und dann nimmt er ja noch mal so Fahrt auf und wird noch mal so beklemmend, weil man so merkt, was das für ein Ausmaß ist und auch das, was du nämlich erzählst, was dann so passiert, dass dann gerade diese Journalistinnen und Journalisten, die in der Stadt natürlich einige Leute kennen, dann plötzlich so in der Hotelbar von so Wirtschaftsleuten angesprochen werden, von PA-Leuten so, hey, du weißt, wir leben in dieser Stadt, wir wollen noch gut miteinander auskommen, was soll das?

00:23:07: Und eben Kardinal Law.

00:23:09: So heißt der ja auch, wie der gleich aufgefallen

00:23:11: ist.

00:23:11: Ja, er heißt wie das Gesetz.

00:23:13: Genau, der soll doch nicht jetzt, der hat ein paar Fehler gemacht, aber deswegen jetzt da.

00:23:19: Ja, das ist, also das hat mich echt auch nochmal so, also ich sag so am Schluss auch, sagt ich auch super, ich hab echt jetzt auch... Ein bisschen Trainer in den Auge.

00:23:32: Ging mir auch so.

00:23:33: Ich will jetzt keinen Spoiler raushauen, aber ihr merkt schon, der Fall ist groß und die Fälle sind groß.

00:23:40: Und dann gibt's diese Schlussszene, wo eben halt auch klar wird, wie groß das Ganze wird.

00:23:46: Und am Abspannen werden einhundert Städte namentlich einfach aufgeführt, wo danach die Fälle bekannt geworden sind.

00:23:56: Das ist nochmal... Blutgefrieren, finde ich, am Ende des Films.

00:24:00: Und trotzdem weiterhin in dieser ruhigen Art erzählt, dass du es so mitnimmst, dass du dabei bist und journalistisch dabei bist.

00:24:09: Ja.

00:24:12: Ich finde auch, wenn wir jetzt viele Details verraten haben, dass sind einfach dieser Film, da kann ich die Garantie drauf geben.

00:24:20: Also das ist einfach ein Film, der packt euch einfach.

00:24:25: Man kann gar nicht zu viel darüber wissen, weil einfach, wenn man den sieht, wie der gespielt ist, wie der inszeniert ist, das ist einfach ein ganz großartiges Kino, ein sehr wichtiges Kino.

00:24:36: Falls ihr wissen wollt, wo ihr den sehen könnt, auf YouTube, auf Google Play, auf Apple TV und auf Rakuten TV, kann man in den Laien, habe ich extra nachgeguckt.

00:24:46: Und genau, das war Kristinas Wahl zum Thema die unbestechlichen.

00:24:52: Wir haben es ja die Unbestärklichen genannt.

00:24:54: Jetzt denken alle, jetzt kommt der Film mit Robert Bradford und Dustin Hoffman.

00:24:58: Aber wir haben den extra nicht genommen, weil der ja eigentlich, da gehen wir einfach von aus, dass ihr den jetzt auf eure Liste setzt auch.

00:25:05: Der ist eigentlich an Sachen Film das Vorbild für all diese Filme für Spotlight und auch für meine Wahl.

00:25:11: Und zwar habe ich rausgesucht die Verlegerin mit Mary Streeb und Tom Hanks.

00:25:20: Die Leute sind besorgt, weil eine Frau die Zeitung leidet.

00:25:22: Ich bitte dich um deinem Radbord, nicht um deine

00:25:24: Erlaubnis.

00:25:26: Das darf sie nicht tun.

00:25:27: Das Verlechtnis der Firma steht auf dem Spiel.

00:25:30: Genau.

00:25:32: Mal Streep in einem Film von Steven Spielberg.

00:25:35: Im Original heißt er gar nicht die Verlegerin, sondern der Post.

00:25:40: Und ich habe den ausgewählt, weil ich mir dachte, es wäre irgendwie interessant.

00:25:45: da noch mal die weibliche Perspektive zu sehen.

00:25:48: Der Film ist drei Jahre nach Spotlight gedreht und spielt Anfang der Siebziger in Washington, D.C.

00:25:56: und erzählt Meryl Streep als Kay, die gerade, also auch das ist eine wahre Geschichte, gerade von ihrem Ehemann, der sich umgebracht hat, die den Vorstandspositionen in der Washington Post übernimmt und eigentlich auch gleich in einer großen Fallgerät und auch, wie die Reporterinnen und Reporter der Post, großen Druck standhalten muss für ihre Geschichte.

00:26:25: Christina, vielleicht mal kurz gefragt, so dein erster Eindruck jetzt im direkten Vergleich, die Verlegerin nach Spotlight, was war so dein erstes Bauchgefühl, dein erster Eindruck?

00:26:35: Total spannend, im Spielwerk-Film, du hast es auch sofort gesagt, weil ich gesagt habe, ganz andere Erzählart und Weise von den Farben her, damit spielt er, und du hast auch gesagt, er braucht immer Bewegung, weil es Flogenzeitungen, es musste mit jemand laufen.

00:26:50: Es war einfach mehr Bewegung tatsächlich drin.

00:26:53: Und dann fand ich es auch spannend, weil ich natürlich klar mit der weiblichen Perspektive draufschaue und einige Dinge mich sicherlich anders triggern, andere Dinge, die jetzt anders zu bewerten sind.

00:27:04: Und deswegen fand ich das total spannend, wie er das dann schafft, also die Geschichte zu erzählen.

00:27:09: Ich wusste nicht, dass der Film im Original halt nicht dann die Völlingerin sondern Einfach Post heißt, über den Film hinweg kommt sie ja erst mehr und mehr auch an die Oberfläche.

00:27:21: Und das ist ja genau das, was es eben auch erzählt, dass alle anderen erstmal um sie herum das Geschehen leiten, bevor überhaupt dann wirklich ihr sie durchbricht.

00:27:31: Und das ist ein Durchbrechen.

00:27:33: Grundsätzlich schon, also wenn dieser Trailer,

00:27:36: den

00:27:36: wir gerade gehört haben, nicht ganz so reißerisch ist, ist schon noch mal eine andere Erzählart und Weise, oder?

00:27:41: Das

00:27:41: stimmt.

00:27:42: Ja, ja, ja, total total.

00:27:43: Ja, das ist wirklich manchmal schräg mit so Teaser und Trailer, dass die natürlich mit diese ganzen... Manchmal hörst du auch in Trailer Musik, die du im Film gar nicht möchtest.

00:27:52: Ja, genau.

00:27:54: Und das ist natürlich auch so das Ding, aber ich finde auch die Verlegerin, es ist halt so ein bisschen... Obwohl die Geschichte super spannend ist.

00:28:03: Es ist so ein bisschen Spielberg, der so allem zeigt, was er drauf hat.

00:28:09: Dass er sagt, so, und ich kann die Kamera, kann doch die ganze Bewegung so.

00:28:13: Ich hab Tom Hanks als Chefredakteur.

00:28:15: Und Tom Hanks ist really funny and we show it und all das.

00:28:18: Also ich finde, das ist insgesamt ein sympathischer Film.

00:28:22: Aber er versucht natürlich irgendwie, die schrecklichen Geschehene sehr mehr abzufedern, als Spotlight das macht.

00:28:28: Also Spotlight ist sehr behutsam und sensibel.

00:28:31: Und die Verlegerin versucht, ein bisschen witzig zu sein und dadurch das ernste Thema Vertuschung der Regierungsfehl am Vietnamkrieg sozusagen.

00:28:42: zu verkaufen, charmant.

00:28:43: Es hat für mich etwas mehr theatralisches, so ein Stück, bei dem die eine Tür aufgeht, da kommt jemand durch.

00:28:51: Also kennst du Neuses Off?

00:28:53: Ja, natürlich.

00:28:54: Ich hab's schon mal gemacht.

00:28:54: und Theater.

00:28:55: Ja, ja, der

00:28:56: ist ja Wahnsinn.

00:28:58: Das ist eine Form von ganz viel Timing.

00:29:01: Das funktioniert natürlich da auch echt gut.

00:29:03: Und ich habe auch gemerkt, dass ich bei einer Rolle schön in die Vorverurteilung reingegangen bin.

00:29:08: Und dann dachte, ah, now you got me.

00:29:11: Und das finde ich ganz gut.

00:29:12: Und zwar welche Figur, das würde mich jetzt sehr, sehr, sehr...

00:29:15: Sarah Paulsen, die spielt die Frau des Chefredakteurs, gespielt von Tom Hanks, die Stimme übrigens von dem Original immer wieder.

00:29:25: Trauma.

00:29:26: Wahnsinnig gut.

00:29:28: Very dry.

00:29:30: Hat daran gearbeitet.

00:29:31: Toy Story lässt grüßen.

00:29:34: Also es ist halt eben so die Rolle der Frau in diesem Film und sie ist eben seine Ehefrau und werden dann alle anderen recherchieren.

00:29:41: Es geht um darum, wenn wir gleich überhaupt zum Fall kommen, worum es geht.

00:29:44: Pentagon Papiere ist die Überschrift, da könnt ihr euch vorstellen, das ist ernst.

00:29:48: So und dann sitzen die Jungs da, Zigarette rauchend in dem Raum und sie bringt Schnittchen und nicht nur einmal, sondern sie bietet jedem in jeder Szene Schnittchen an.

00:29:57: Und das bringt mich natürlich jetzt zu sehen, da schon absolut auf die Palme, dass es wird, es reicht.

00:30:03: nicht zu erzählen, dass die Frau einmal Schnittchen bringt, sondern, glaube ich, jeder Person, jeder männlichen Person in diesem Raum.

00:30:08: So.

00:30:09: Und das ist ihre Rolle.

00:30:10: Und man sieht sie dann auch einmal im Hintergrund stehend, also nicht partizipierend an den Entscheidungsfindungen, sondern so als eben wartend auf den Einsatz Kaffee bringt.

00:30:20: So.

00:30:20: Und so.

00:30:22: Und du hast, bei dir ging es aber auch so, dass es dich da so ein bisschen getriggert hat.

00:30:26: Habe ich zu wenig gemerkt?

00:30:27: Ja, ja,

00:30:27: total, total.

00:30:28: Weil dieser ganze Film ja eigentlich erzählt, ja.

00:30:30: eigentlich mehr als Strieb, wie sie sich aus dieser Männchenunterdrückung befreit.

00:30:34: Also sie wird ja da und von diesen Geldgebern etc.

00:30:37: von ihren Beratern da und betränkt, dass sie eben nicht diese Geschichte über die Pentagon-US-Regierung wird, dass sie den nicht nachgibt.

00:30:46: Und das ist ja sozusagen dieser Ansatz des Films.

00:30:50: Und da finde ich, da... Da hab ich so das Gefühl, dass Spielberg dann eigentlich immer so eine ganz große Sehnsucht hat, nach irgendwie so eine heile Familie zu zeigen.

00:31:01: Und für ihn ist, glaube ich, eine heile Familie, sozusagen, fünftiger Jahre, Vorstadtidyll, wo die Frau zu Hause ist, der Mann bekocht, der Mann arbeitet hart und die Tochter ist irgendwie knuddelig.

00:31:11: Und

00:31:12: das finde ich auch

00:31:13: nervig.

00:31:14: Und das ist so ganz interessant, weil ich musste das so dran denken.

00:31:18: Ich glaube mit Claire Dance war das Interview, die eben ... Mehrere Jahre ja, die Carrie in Homeland war in dieser großartigen Serie.

00:31:25: und sie hat gesagt, ihr wurde diese Serie angeboten, die damals ja noch nicht groß war, die wussten gar nicht, wie lange das geht.

00:31:32: Und das andere war die Frau von Lincoln in

00:31:35: Steve

00:31:35: Jobs Spielbergs Lincoln Film.

00:31:37: Und da hat sie gesagt, damals war ja Fernsehen jetzt auch nicht so angesehen, so bei Schauspielerinnen und Schauspielern Hollywood, hat sie gesagt, na ja, bevor ich jetzt da irgendwie eben sozusagen die Schnittchenbringe für Abe, möchte ich dann meine eigene Serie machen und es kann ich halt total nachvollziehen, weil das ist so das Ding, wo man so denkt, als Sarah Paulson, die man jetzt erkennt, von diesen ganzen Ryan Murphy Serien.

00:32:01: Ja, ja.

00:32:02: Ich komme gleich zu meinem Punkt.

00:32:03: Ja, okay,

00:32:04: okay.

00:32:04: Ja, gut.

00:32:05: Dann will ich das nur kurz, bevor ich nach dem Chefredakteur jetzt noch Steven Spielberg verteidigen muss.

00:32:11: So, dann kann ich total verstehen.

00:32:13: Aber jetzt bitte dein Punkt.

00:32:15: Und dann gibt es die Szene.

00:32:16: Also es geht ja um, Mary Streep ist die Verlegerin, Mann nicht mehr da, sie übernimmt das Ganze, aber alle anderen entscheiden.

00:32:22: Unter anderem eben auch Tom Hanks in der Chefredakteur der Rolle.

00:32:25: So, Sarah Paulsen bringt Schnittchen.

00:32:27: Und dann sprechen die beiden abends noch mal in ihrem Atelier.

00:32:30: Du meinst

00:32:31: die beiden,

00:32:32: die

00:32:32: Ehefrau und Chefredakteur.

00:32:34: Also Sarah

00:32:35: Paulsen, Tom Hanks.

00:32:36: und über diesen Tonklumpen und er hilft die halt dabei, ihre Kunstwerke abzudecken und so weiter.

00:32:42: Es ist auch ein Heimchengespräch.

00:32:44: Ja.

00:32:44: Und trotzdem ist das ein Punkt, wo sie ihm erklärt, warum die Verlegerin noch nicht in der Lage war, bis dato Entscheidungen so knallhart zu treffen, weil sie aus einer ganz anderen Welt kommt, nämlich ihrer.

00:32:56: Weil sie nämlich genauso geht, weil sie auch nichts zu sagen hat, weil sie auch zu Hause unterstützt und macht ihm das in dieser Szene klar.

00:33:05: Und ich hab das Gefühl, dass danach die Sichtweise sich auf die Verlegerin ändert.

00:33:11: Und deswegen hab ich dann gedacht, okay, das hat mich überrascht, die Szene.

00:33:15: Ich weiß, ob du das auch so mit empfunden hast, aber ich hab da so ein Gefühl gehabt von, sie erklärt zumindest noch mal, warum es eben nicht so easy-peasy ist, dann die großen Entscheidungen selber zu treffen, wenn du dein ganzes Leben lang nicht gesehen worden ist, weil die Geschichte ist auch die Backstory dazu, das Unternehmen.

00:33:34: Die Zeitung gehörte im Vater.

00:33:37: Hat sie nicht ihr Vermacht, sondern ihr Mann für der gute, der das auch gut konnte.

00:33:42: Und sie natürlich auch Respekt hatte davor.

00:33:44: Und sie, dass dann ihrer Tochter auch noch mal eine andere Szene erklärt, die für mich viel zu lang ist.

00:33:48: Das hätte man abkürzen können.

00:33:50: Genau das, ey, für mich war das damals auch, ich bin so groß geworden.

00:33:54: Es war selbstverständlich, dass ... eher das übernimmt.

00:33:56: Was ja fürchterlich ist, das ist fürchterlich.

00:33:59: Aber noch mal eben eine, nicht eine Verurteilung dieser Frauen, die halt eben genau aus diesem Heimchen-Modus kommen, sondern noch mal eine Erklärung des Ganzen.

00:34:09: Trotzdem eine Schnitte zu viel.

00:34:11: Also ich kann das auch wirklich voll unterschreiben, was du sagst und ich kann auch deine Perspektive total nachvollziehen.

00:34:18: Es ist mir dann einfach in der Machart etwas zu didaktisch, weißt du?

00:34:22: Ich finde, wie du es jetzt beschrieben hast, fand ich es viel eindrücklicher und interessanter, als es mir in der Szene zwischen Hanks und Paulsen gezeigt wird.

00:34:31: Weil es ist so, sie sagt das zwar, aber sie sagt es, finde ich auch aus einer Perspektive raus, keine Sorge.

00:34:37: Ich will meine Position nicht verändern.

00:34:39: Ich bin glücklich, dass ich malen darf und ihr Brötchen machen darf.

00:34:42: So.

00:34:43: Und weißt du, dann endet die Szene auch, dass sie im Sacco-Hilfe los muss und auch so automatisiert.

00:34:48: Das stimmt.

00:34:49: Da habe ich auch gedacht, das hätten sie dann bitte, bitte weg.

00:34:52: Also keine, sie entwickelt sich nicht weiter dann.

00:34:54: Genau,

00:34:55: genau.

00:34:55: Und sie hat einfach die Funktion, ihm das zu sagen, dass man eben sagen kann, ja, guck mal auch, weil so sie und jetzt hat sie so, das so, weil ich finde, eben, da wäre mehr drin gewesen in der Szene.

00:35:06: die Eindrückliches sein können.

00:35:08: Und ich finde auch, man kann gar nicht vorstellen, dass ich diesen Film vorgeschleppt habe, also ich will diesen Film jetzt auch nicht runtermachen.

00:35:15: Ich finde den wirklich toll gemacht und ich glaube, als eigenständiger Film macht er auch mehr Spaß, als wenn man direkt, wie wir, nach Spotlight guckt.

00:35:25: diesem

00:35:26: Niveau nicht standhalten kann.

00:35:28: Und das ist einfach Realität.

00:35:29: Und trotzdem empfehle ich den Film gerne.

00:35:32: Und auch zeitlicher Kontext, zweitausendfünfundzwanzig, würdest du es nochmal anders erzählen.

00:35:37: Hoffentlich.

00:35:38: Und eine Entwicklung einer Persönlichkeit, weil auch Mary Streep, die eine fantastische Schauspielerin ist, hat lange Zeit in diesem Film diese Rolle nicht weiterentwickelt.

00:35:50: Warum auch immer?

00:35:51: Regie bedingt, selbst Text, Alles kann eine Rolle spielen.

00:35:55: Aber auch das hat mich irgendwann auf die Palme gebracht.

00:35:57: Warum enden wir das Ding auf Deutsch, die Verlegerin?

00:36:00: Und er ist ganz am Ende, wo sie sich wirklich zusammenreißen muss und man so mitfiebert.

00:36:05: Ich habe gedacht, bitte, bitte, bitte, entscheide einmal selber im Sinne des Journalismus.

00:36:10: Du kommst doch daher.

00:36:11: Also hast du genug.

00:36:13: So.

00:36:13: Und das war dann zumindest erleichtern.

00:36:15: Da kann ich euch sagen, es Es ist dann nicht ganz enttäuscht damit, aber es war lange und fürchterlich.

00:36:23: Aber diese Szene ist auch großartig, wenn sie, es ist eine Szene, eine Telefonkonferenz, wo sie da steht.

00:36:29: Ich weiß nicht, ob du diese Szene meinst.

00:36:31: Doch,

00:36:31: genau, die stimmen in ihrem Kopf.

00:36:33: Die stimmen im Kopf, es ist spätabend, sie steht ihr im Abendgleiter in ihrer Eingangshalle von der Villa und sie hat den Chef-Adaktieren einer Leitung, einer der Aufsichtsrat-Leute, einer ihren Berater auf allen, alle reden auf sie ein und Eigentlich fahre ich über den Mund und das ist wirklich, da merkt man halt den Spielbergmeister.

00:36:54: Also da ist wirklich, also das ist wirklich hochspannend, obwohl ich auch da sein muss.

00:37:01: Man ahnt es natürlich auch, dass sie jetzt einmal nach einer

00:37:06: halben Stunde

00:37:07: auf den Tisch haut und sagt, nein, das machen wir nicht so.

00:37:12: Sie haut natürlich auch gar nicht auf den Tisch, sondern sie atmet da schwer ein und aus.

00:37:17: Man merkt schon noch diese, wie viel Kraft es sie kostet.

00:37:20: Das finde ich auch ganz gut.

00:37:22: Danach erst kommt eine Veränderung, danach kommt auch eine Veränderung in der Optik.

00:37:27: Am Ende zieht sie sich auch anders an.

00:37:30: Man denkt, ja, erste Ebene, sie kann auch, finde ich, im Abendkleid gute Entscheidungen treffen.

00:37:34: Da muss nicht irgendwann der Anzug her, der nicht grau ist, wie es am Anfang war, sondern am Ende trägt sie einen etwas farblichen Anzug.

00:37:41: Das ist mir dann immer so ein bisschen zu... Das sind so

00:37:44: Aschenputtler, die sie...

00:37:47: Genau, genau.

00:37:50: Oh mein Gott, sie ist ein Schwan.

00:37:54: Aber es ist interessant, dass du sagst, weil da bin ich voll reingefallen, weil ich hab da gar nicht mehr auf diese Äußerlichkeiten geachtet, sondern wirklich auf ihr Spiel, weil mich mehr als Street Tattoo gepackt hat, weil es dann so eine Konfrontation gibt, wo sie, sag ich mal, in diesem Besprechungszimmer gegen die alten weißen Männer geht und sagt, nein, wir ziehen das jetzt durch und wir machen das.

00:38:15: Aber es ist ... Es ist wirklich interessant, weil ich jetzt auch so im Gespräch noch mal merke, dass der Film doch auf mehr Ebenen, sozusagen, Dinge bietet, die einem gar nicht so beim ersten Gucken auffallen.

00:38:28: Und vor allen Dingen glaubt die Überschrift ist wirklich auch das Verteidigen der Pressefreiheit.

00:38:34: Gerade in den Zeiten jetzt, guckt euch den noch mal an.

00:38:38: Es geht darum, wie ein Präsident der Vereinigten Staaten versucht, eine Veröffentlichung zu verhindern, eben dieser Pentagon-Papiere, in denen es darum geht, dass man lange Zeit schon gewusst hat, dass der Vietnamenkrieg eine Aussichtslosigkeit hat, dazu Studien wurden angefertigt, das wurde unter Verschluss gehalten.

00:38:57: Und das ist halt das.

00:38:58: Auch das Zusammenspiel auch mit den anderen Zeitungen, wie wichtig deine Solidarität ist, weil die Times eigentlich erst mal voranschreitet und sie auch das Medium erst mal sind, was eben eine andere Geschichte hat auf Seite eins und auch das nochmal unter dem Aspekt zu gucken, dass sie immer so stehen.

00:39:17: Na absolut, weil es ist auch die Times machen.

00:39:20: Das erste ist die Geschichte, die Post mit Tom Hanks und Meier Streep zieht nach und am Schluss zieht zweite Kreise.

00:39:26: und was interessant ist, also Im Richard Nixon wird ja auch immer wieder so von außen gezeigt.

00:39:32: Er wird ja einfach so im Hinterkopf, eigentlich fast wie so eine geheime Kamera von einer anderen Straße, filmt so rein ins Weißer Haus.

00:39:40: und das Zitat, das relativ am Ende des Films fällt von Nixon, das einem ja kalt dem Schauer über den Rücken jagt und aktueller ist denn je, Richard Nixon sagt, kein Reporter der Washington Post darf je wieder ins Weiße Haus.

00:39:59: Und das würde ich sagen, lass ich jetzt auch mal so stehen.

00:40:02: Es geht nur darum, eine andere tolle Szene, die kurz davor stattfindet, spielt nämlich beim Supreme Court, wo es dann darum ging.

00:40:10: Auch diese Geschichte ist natürlich verbrückt.

00:40:13: Was heißt eigentlich Pressefreiheit?

00:40:18: Und ein anderes schöne Zitat, finde ich, das in dem Filmfeld ist, das sagt nämlich dieser Whistleblower, der diese Pentagon-Papier rausgeschmuggelt hat, der sagt, das Land kann nicht alle Entscheidungen allein dem Präsidenten überlassen.

00:40:32: Auch ein gutes Zitat her.

00:40:34: Auch ein gutes Zitat.

00:40:36: Und auch hier ist der Film, blätter meine Notizen, auch auf YouTube und Google Play zu leihen, auch auf Apple TV, Und auf Amazon Prime kann man ihn auch leihen.

00:40:52: Oder ihr seid so altmonisch wie ich und habt hier die anderen Blu-rays und DVDs zu Hause.

00:41:00: Jetzt beide Filme, sag ich mal, wenn ich jetzt einen Preis verleihen müsste, ich würde Ihnen auf jeden Fall Spotlights für den ersten Platz geben.

00:41:09: Das war wirklich ein Superwahl.

00:41:11: Ja.

00:41:11: Christina.

00:41:12: Vielen Dank.

00:41:13: Ich würde sagen, wir gucken nicht beide Filme noch mal hintereinander weg, sondern an zwei getrennten Tagen.

00:41:17: Dann, glaube ich, stehen sie mehr für sich alleine auch in der Machart.

00:41:21: Aber was eben genau bei Spotlight dann auch der Fakt ist, also immerhin hast du Rachel McAdams, die als Journalistin in dem Team, arbeitet ansonsten.

00:41:29: Das

00:41:29: stimmt.

00:41:30: Das ist aber halt auch, also beide Filme spielen halt, also Spotlight spielt, das war das ein Eins und die Verlegerin spielt, ein neunzehntelneuzebzig und beide Filme versuchen, ja, zwar unterhaltsam, aber auch so akkurat wie möglich zu sein.

00:41:45: Und dadurch wird nicht eben eine Figur, sozusagen ein anderes Geschlecht gegeben oder eine andere Hautfarbe.

00:41:51: Sie versuchen halt wirklich Fakten, Fakten, Fakten so ein bisschen, obwohl es wirklich, also das klingt jetzt, also während trockene Filme sind wirklich ganz hochspannende Filme.

00:42:02: Aber das haben sie sich, glaube ich, einfach nicht gestartet.

00:42:04: Weil in dem Moment, wo du das machst, dann kommt jemand und sagt, aha, das habt ihr geändert.

00:42:08: Was habt ihr denn noch geändert?

00:42:10: Ja, da geht es mehr dann auch eben um die Sache tatsächlich, also wirklich um das journalistische Arbeiten, Abbilden.

00:42:16: oder

00:42:17: halt Rudolf Augstein mit sagen was ist.

00:42:19: Ja.

00:42:19: Denn an dem Satz durfte ich früher ganz häufig vorbeilaufen.

00:42:23: Ja,

00:42:24: du hast bei Spiegel klararbeitet.

00:42:26: Ja, genau.

00:42:27: Weil das wollte ich nämlich wissen.

00:42:28: Weil es gibt, da haben wir auch sehr gelacht, im zweiten Film Verlieren gibt es ja so einen Bootenjungen, der immer so rennen muss zur Sache machen.

00:42:34: Und jetzt wollte ich dich um eine Sendung fragen, hast du auch mal so angefangen?

00:42:38: Hast du auch mal irgendwelche Files bringen?

00:42:41: Es war vielleicht nicht so dringlich, das muss man sagen.

00:42:44: Ich bin aber tatsächlich mal Mit einem Umschlag, mit Dokumenten nach München geflogen, habe das dort einem Journalisten in die Hand gedrückt, der dann halt weiter flog.

00:42:55: Und das war wirklich so eine Übergabe am Flughafen.

00:42:59: Dann haben wir uns noch hingesetzt.

00:43:01: Und er sagt auch nur ganz trocken, lass uns noch mal ein Glas Rotwein trinken, weil gleich weiß ich, gehe ich in eine Situation rein, die wird anstrengend.

00:43:08: Und da habe ich so einen Respekt gehabt vor Investigativschandalisten.

00:43:13: Ja, schon irgendwie.

00:43:16: Ich hoffe, du musst mich jetzt nicht umbringen.

00:43:20: Also bist du eine extra Desving hingeflohen oder?

00:43:24: Nur Desving, aber es war tatsächlich auch der Reisepass war auch mit dabei und so.

00:43:28: Aber es war wirklich ein brauner Brief umschlag, das ist Jahre her.

00:43:32: Und das war schon so ein lustiges Gefühl, denn auch dann einfach und abends wieder zurückfliegen.

00:43:36: Aber ich habe wirklich ganz, ganz großen Respekt vor den Kolleginnen und Kollegen, die halt diese Arbeit machen, also dagegen.

00:43:42: Ganz ehrlich, mit Sport.

00:43:44: Das ist ein wunderschönes, wunderbares Feld, was mich jeden Tag beschäftigt.

00:43:49: Aber es ist dann auch am Ende des Tages zum Glück nicht weltbewiegend in der Entscheidung.

00:43:54: Es ist eine großartige Unterhaltungskultur, der ich da fröhnen darf.

00:43:57: Aber da gibt es noch andere Themen.

00:43:59: Und diese Redaktionen, die verdienen wirklich Respekt.

00:44:02: Ja, absolut.

00:44:03: Aber ich möchte jetzt zum Abschluss doch noch mal ganz gerne kurz wissen.

00:44:07: Ich meine, du hast jetzt ja so viele tolle Leute im Sport.

00:44:10: Also du arbeitest... Ich muss jetzt jetzt alles, da wir jetzt nicht noch eine Ahnung bringen.

00:44:14: Du arbeitest nämlich für so viele Sender.

00:44:15: Du arbeitest für die Zone.

00:44:17: Du arbeitest für Sport.

00:44:18: Eins.

00:44:19: Du arbeitest auf Fiskal?

00:44:21: Nein, für die habe ich gearbeitet.

00:44:22: Ah, für die hast du gearbeitet?

00:44:23: Ja,

00:44:23: das war mein Beginn damals, also im Sport-Denalismus.

00:44:26: Genau, fünf Jahre war ich bei denen.

00:44:28: Und dann warst du auch HSV-Stadion-Sprecherin.

00:44:30: Das ist dieser andere Verein in Hamburg, der ein bisschen weiter muss, wenn wir relativ weit fahren.

00:44:35: Auch

00:44:35: Bundesliga, ne?

00:44:36: Freunde, auch Bundesliga.

00:44:38: Das können Sie jetzt wieder ganz stolz sagen, genau.

00:44:40: Plötzlich haben Sie den Dino wieder aus dem Keller raus gelassen.

00:44:44: Genau, genau.

00:44:46: Aber so, und du hast ja wirklich in deiner Arbeit Ganz tolle Lorde, bei dir vom Mikro gehabt.

00:44:50: Also Alexandra Pop fällt mir ein, Sine dienen sie dann, Anton Griesmann und was das irre ist.

00:44:56: Du sprichst mit all den Leuten in ihrer jeweiligen Muttersprache.

00:45:00: Was vielleicht bei Alexander Popp nicht so schwierig ist, aber

00:45:02: vielleicht

00:45:04: so.

00:45:04: Also du sprichst französisch noch.

00:45:06: Ja, das muss ich mir immer wieder nochmal wieder nach vorne holen, aber tatsächlich, genau, spanish, portugiesisch, englisch auf englisch machen ein paar Sendungen.

00:45:13: Ja, Muttersport-Sendungen habe ich gesehen.

00:45:15: Genau, das habe ich auch gemacht lange Zeit jetzt.

00:45:17: Also das war, also im Moment gerade mit vier Sendern neues, auch dabei das RTL.

00:45:22: Ja.

00:45:23: Ich weiß, die feiern da gerade gar nicht.

00:45:25: Aber ich bin nicht raus.

00:45:26: Ach, deswegen

00:45:27: hast du diesen bunten Hut auf.

00:45:29: Konfetti.

00:45:32: Nee, aber das ist tatsächlich, also so ein Tagesablauf ist manchmal verrückt oder so ein Wochenablauf, weil halt eben unterschiedliche Sender dabei sind.

00:45:38: Aber du merkst halt auch, was das für eine coole Gemeinschaft ist und so, dass man sich dann doch auch immer wieder trifft.

00:45:43: So.

00:45:44: Und ich bin auch super dankbar, weil ich finde gerade so der Fußball als Kulturbereich, der findet sehr, sehr viele interessante und tiefgründige Menschen.

00:45:51: Menschen auch, die entweder wirklich einen besonderen Skill haben, was dann sich auch Sportliche bezieht, aber eben manchmal auch die Geschichten drumherun sind, echt erzählenswert.

00:46:00: Ja.

00:46:00: Und hast du mal, wenn du jetzt sagen willst, diese eine Person, die du interviewt hast, das hat dich nachhaltig beeindruckt?

00:46:07: Fällt dir da jetzt spontan

00:46:08: jemand ein?

00:46:08: Du hast ja sie dann gerade angesprochen.

00:46:11: Ich finde, das ist schon eine Person, die in den Raum kommt und eine unglaubliche Aura hat.

00:46:15: So derer gibt es ein paar.

00:46:16: Das

00:46:16: war zu seiner Zeit als Trainer?

00:46:18: Als

00:46:18: Trainer noch bei Real Madrid.

00:46:20: Genau, genau.

00:46:21: Jetzt gerade beispielsweise Jose Mourinho interviewt und der hat ja auch eine unfassbare Persönlichkeit, ist jetzt gerade Lisa Bonn Trainer.

00:46:29: Aber da habe ich auch gemerkt, vielleicht ist er ein bisschen ruhiger geworden.

00:46:33: Das ist schon auch da spannend.

00:46:36: Ja, aber dass du halt merkst, der bringt auch sehr, sehr viel mit.

00:46:40: Also das gibt Menschen vor denen stehst und denkst, Das Hauptsache, du stellst auch eine korrekte Frage, die dir ganz gut gefällt oder nicht gefällt.

00:46:48: Am Ende des Tages bin ich da auch immer so weit, dass ich sage, ich... Begegnet den Menschen halt in der Situation, in der sie gerade sind.

00:46:54: Und es geht ja auch um meine Funktion.

00:46:55: dann, ne?

00:46:56: Also ich bin dann nicht persönlich angegriffen, wenn jemand irgendwie antwortet und ist gerade nach einer Niederlage nicht so gut drauf.

00:47:01: Das passiert ja auch.

00:47:02: Ja,

00:47:02: das ist komisch.

00:47:03: Es ist mir auch schon öfter aufgefallen, dass die irgendwie nie lustig sind, gerade Verlorne.

00:47:07: Hast du schon, hast du schon Simorino auf Portugiesisch dann interviewt?

00:47:11: Tatsächlich habe ich nur angesprochen, aber es lag dann, dass die Redaktion im Hintergrund dann... Ach ja,

00:47:15: stimmt, das muss ja... Es

00:47:16: muss ja einer der Wahrheit sein,

00:47:17: weil der... Genau, genau.

00:47:19: Aber zumindest ein kurzes... Smalltalk habe ich mir trotz der Niederlage, habe ich mir erlaubt.

00:47:23: Ja, der kann sich ja niederlang nicht so gut wegstecken.

00:47:27: Nee, das meine ich ja.

00:47:30: Aber trotzdem war es respektvoll.

00:47:32: Aber du merkst natürlich eine unfassbare, innere Angefressenheit von diesem Spiel.

00:47:39: Das ist dann spannend.

00:47:40: Die Leute in so einer für sich extremen Situation, und ja, wir haben jetzt ganz andere besprochen, aber es sind jetzt mal sportliche extreme Situationen, die wir zu treffen.

00:47:50: Das finde ich auch, weil du das gerade so gesprochen hast, diese Gemeinschaft, dass es so toll ist.

00:47:55: Das ist, finde ich so in beiden Filmen, so wunderbar.

00:48:00: Diese Situation, wo wir in den Redaktionsräumern sind oder bei Tom Hanks zu Hause, eben diese leckeren Sender.

00:48:06: Nein, das meine ich jetzt nicht.

00:48:07: Aber in dieser Gemeinschaft, in der Gemeinsam- und Projektarbeit, das finde ich toll.

00:48:11: Wenn du das im Fußball sagst, das kenne ich vom Theater, das sieht man eben in diesen Filmen so für dieses Projekt, dass man diese Geschichte, dass man die Wahrheit erzählt, dass man das bringt.

00:48:20: Das ist wirklich toll.

00:48:21: Und die Person, die die Botenläufe macht.

00:48:23: Das ist halt eine super wichtige.

00:48:25: Und vor diesen Leuten, also ich mag das auch immer, also wenn nicht dann die Person da ist, die das Licht hält oder das den Strom anschaltet, dann kann ich ja noch so viel erzählen.

00:48:35: Aber dann kommt nichts raus.

00:48:37: Und deswegen ist mir das immer super wichtig, ja doch gerade die Menschen, die da halt da sind oder derjenige, der den Produktions-Truck dahin gefahren hat, über den gesamten Tag hinweg, so Kilometer über mit, weiß ich nicht, schwingenden Scheibenwischer, weil es wieder geregnet hat.

00:48:50: Und das sind halt einfach die Leute, die es echt ausmachen.

00:48:53: Das stimmt.

00:48:54: Und das wird in beiden Filmen nämlich auch so gestraft, weil bei beiden Filmen, das sind ja im, der eine spielt eben, wie gesagt, zwei Tausend Eins und einen einen.

00:49:02: Sein Sein Sein Sein.

00:49:03: Sein.

00:49:03: Sein.

00:49:04: Sein.

00:49:05: Sein.

00:49:06: Sein.

00:49:07: Sein.

00:49:07: Sein.

00:49:08: Sein.

00:49:08: Sein.

00:49:09: Sein.

00:49:09: Sein.

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00:49:10: Sein.

00:49:10: Sein.

00:49:10: Sein.

00:49:11: Sein.

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00:49:12: Sein.

00:49:12: Sein.

00:49:12: Sein

00:49:12: Sein.

00:49:13: Sein.

00:49:14: Sein Sein Sein.

00:49:15: Sein.

00:49:15: Sein.

00:49:15: Sein.

00:49:15: Sein.

00:49:15: Sein Sein.

00:49:16: Sein Sein.

00:49:16: Sein.

00:49:16: Sein.

00:49:16: Sein.

00:49:16: Sein.

00:49:17: Sein Sein Sein Sein Sein Sein.

00:49:19: Sein.

00:49:19: Sein.

00:49:19: Sein.

00:49:19: Sein stolz.

00:49:23: seine Trucks wieder raus von seinem Artikeln.

00:49:26: Und wir haben dann gewettet, ob wir Tom Hanks sehen im zweiten Film, aber der hatte anderes zu tun.

00:49:31: Der hat sich da nicht ins Auto gesetzt.

00:49:32: Das stimmt.

00:49:33: Aber ganz am Ende steht die Verlegerin auch noch mal da über der Druckerpresse dann mit ihm zusammen.

00:49:38: Und die Maschinen rumbeln und oben merkt man halt in dem Büro, wo dann der Kollege sitzt.

00:49:43: Das wackelt auch so die Lampe ein bisschen, weil dann die Presse, die da... Tatsächlich damals noch im Keller dann druckte.

00:49:53: Absolut.

00:49:54: Also, wir legen es euch noch mal ins Herz.

00:49:57: Die Verlehrung und Spotlight und die auch den Film, der der Sendung den Namen gegeben hat, nämlich die Unbestechlichen mit Dustin Hoffmann und Robert Redford.

00:50:07: Und ja, können euch nur am Mutigen lesen gute Zeitungen.

00:50:11: Spiegel, Süddeutsche, die Zeit natürlich.

00:50:15: Und die Liste könnte endlos weiterführen.

00:50:18: Ich trüße in meiner Heimat den Standard und den Falter, meine Lieblingszeitungen.

00:50:24: Man merkt schon, ich bin ein bisschen links, aber gibt's Schlimmeres, hat meine Mutter gesagt.

00:50:32: Christina, großartig, dass du da warst.

00:50:35: Vielen Dank für diese hoch spannende Sendung und diese tolle Themenauswahl und für die super Filme.

00:50:43: Danke dir, hat unfassbar viel Spaß gemacht.

00:50:45: Dankeschön.

00:50:45: Vielen Dank und wir hören uns in zwei Wochen wieder, wenn es wieder heißt.

00:50:51: Filme unseres Lebens.

00:50:52: Filme auf die Ohren.

00:50:54: Tschüss.

00:50:54: Tschüss.

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